MV

 

 

Zum Download:

Aktueller mehrsprachiger Flyer des Beratungsprojekts

 

 

Am Donnerstag, dem 07. Mai, um 11:30 Uhr, sind migrantische Arbeitnehmer*innen eingeladen, ihre Fragen zu aktuellen Themen wie Kurzarbeitergeld, Krankheit und Kündigung zu stellen.

Die Veranstaltung wird von Jacob Bobzin und Anas Obeid vom IQ Teilprojekt Faire Integration durchgeführt. Eine Übersetzung ins Arabische ist möglich.

Wir freuen uns über Anmeldungen.
Die Zugangsdaten zum virtuellen Raum gibt es nach der Anmeldung bei Jacob Bobzin: Tel. 0385 – 581 57 90 | Fax 0385 – 5 81 57 91 | Email: jb-iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

Einladungsflyer und weitere Informationen:  IQ Faire Integration Coronahilfe

Wir laden ein:

Am Donnerstag, dem 30. April, um 11:30 Uhr sind migrantische Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen und Inhabende kleiner Betriebe eingeladen, sich über  Corona Hilfsmaßnahmen und Förderinstrumente zu informieren und auszutauschen.

Zu Gast wird der Rostocker Rechtsanwalt Ron Westenberger sein.

Mehr Informationen in der Einladung: IQ_KMU Hilfe Corona

Wir freuen uns über Anmeldungen bei Carmen Ziegler: iq[at]fluechtlingsrat-mv.de.

Die Zugangsdaten zum virtuellen Raum gibt es nach der Anmeldung.

SVZ, 22.04.2020

Das ist ein allgemeines Problem finanziell* schwacher Familien, das Geflüchtete oder andere Ausländer stärker trifft, weil in Gemeinschaftsunterkünften besonders beengte Wohnverhältnisse und auch Sprachbarrieren dazukommen. In manchen Unterbringungssituationen gibt es kein W-Lan.

Das Problem besteht bundesweit; es ist ein strukturelles Problem mit sehr individuellen Ausprägungen, denn hier sind Individuen unterwegs. Manche Lehrer*innen reißen sich förmlich Beine aus, manche Schulen sind besser ausgestattet als andere, manche haben Einzugsgebiete, bei denen praktisch alle mit Technik und Technologien überversorgt sind.

Im Zuge der Digitalisierung muss man fordern, dass die technische Ausstattung zur Lernmittelfreiheit dazugehört. Das gleiche Recht auf Bildung haben alle Menschen.

 

*(sozial schwach sind andere …)

 

Wir bedanken uns bei allen, die beharrlich Menschen unterstützen und auch an die Öffentlichkeit gehen, wenn es Probleme gibt, wie hier Frau Fischer.

Wir sind auch sehr gespannt, wie es weitergeht. In Corona-Zeiten ist das nicht vorherzusagen. Es steht zu fürchten, dass eine größere Diskussion beendet ist, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat, wenn alles wieder wie vorher ist.

Während der Corona-Krise haben viele Unternehmen steuerliche Hilfsmaßnahmen beantragt. Eine große Anzahl von Arbeitnehmer*innen, Selbstständigen, Freiberufler*innen und kleinen Betrieben erhalten Kurzarbeitergeld oder Soforthilfen. Doch nicht wenige haben Fragen zum Antragsverfahren, einzelnen Förderinstrumenten oder zum Arbeitsrecht. Das IQ Netzwerk berät auch in der Corona-Krise migrantische Unternehmen und Arbeitnehmer*innen, Selbstständige und Freiberufler*innen.

Das Projekt Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline berät zu Förderinstrumenten des Bundes und der Bundesländer zur Überwindung der Corona-Krise, zu Soforthilfen für (Solo-) Selbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen sowie zu Hilfen für ihre Mitarbeitenden.

Das Projekt Faire Integration unterstützt bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, z.B. Lohn, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigung sowie Krankenversicherung usw. und berät zu Rechten und Pflichten im Arbeitsverhältnis.

„Wir freuen uns, auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, mit unseren Angeboten Unternehmen und Arbeitnehmer*innen direkt unterstützen zu können“, so Dr. Maher Fakhouri, Koordinator des IQ Netzwerks Mecklenburg-Vorpommern.

„Krisen treffen immer und überall die Schwächsten einer Gesellschaft am härtesten und es ist gut, wenn wir mit unserem Angebot Geflüchtete auch in dieser Lage unterstützen können“, sagt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates M-V e.V.

 

Beide Projekte sind Teil des IQ Netzwerks MV, Träger ist jeweils der Flüchtlingsrat M-V e.V.

Regionales Fachkräftenetzwerk/
Ar
beitgeber-HotlineCarmen Ziegler
Telefon: 0385 55575140
E-Mail: iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

            Faire Integration

JacobBobzin
Telefon: 0152 0157 5906
Email: jb-iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

 

17.04.2020

Aufnahme von 55 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist lächerlich gering

Am kommenden Samstag landen in Niedersachsen 55 unbegleitete Kinder im Alter von 8-17 Jahren, deren Aufnahme Deutschland nach langem Gezerre zugestimmt hat.  PRO ASYL und die Landesflüchtlingsräte kritisieren diese Zahl als lächerlich gering. Die Aktion droht zu einem Feigenblatt zu verkommen für die Nicht-Aufnahme Tausender Geflüchteter, die in den Insellagern in Griechenland sich selbst überlassen sind. Eine Aufnahme, die ernsthaft Abhilfe schafft und angesichts der drohenden Corona-Pandemie Schlimmeres in den sogenannten Hotspots verhindert, muss anders aussehen.

Die langwierige Aktion wird der Öffentlichkeit dennoch als die große solidarische Geste Europas präsentiert. Schutzsuchende mit Angehörigen in Deutschland beispielsweise, die im Rahmen der Dublin-Verordnung ohnehin Anspruch auf die Überstellung hätten, stellen eine Gruppe dar, die weitestgehend bekannt und dokumentiert ist und deren Aufnahme keiner weiteren komplizierten Verfahren bedürfte. Diese Menschen bleiben außen vor, ebenso wie weitere Tausende, für deren Aufnahme Deutschland und die EU Mittel und Möglichkeiten hätten, diese einfach und vor allem zügig in anderen EU-Staaten aufzunehmen.

PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte fordern das BMI, die Bundesländer  und die EU auf, schnell und pragmatisch zu handeln.

Folgende Schritte sind realistisch kurzfristig möglich:


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letters | pixabay

Als Reaktion auf unsere Öffentlichkeitsarbeit zur Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung Stern Buchholz der letzten Tage erhielt der Flüchtlingsrat heute Morgen einen Offenen Brief, in dem uns eine „mediale Kampagne“, intransparente Kommunikation und Vorwürfe an alle Beteiligten vorgeworfen wird.

Wir veröffentlichen hier unsere Antwort, weil uns nicht klar ist, welcher Verteiler seitens des Landesamtes bedient wurde. Wir möchten damit nochmals öffentlich klarstellen:

  • Allen Menschen, die in dieser Corona-Zeit unter großem Risiko für sich selbst Dienst am Menschen tun, gilt unser Respekt und unser Dank.
  • Wir selbst hätten uns mehr Transparenz und ein Eingehen auf unsere Vorschläge gewünscht. Als Flüchtlingsrat stehen wir in der moralischen Verantwortung, Missstände anzusprechen, wenn wir keine anderen Informationen bekommen.
  • Es geht uns nicht darum persönliche Anschuldigungen vorzunehmen, uns geht es um die strukturellen Ursachen, die SARS-CoV-2-Präventionsmaßnahmen unter den Bedingungen einer Erstaufnahmeeinrichtung für ca. 500 tatsächliche und 1.100 mögliche Bewohner*innen aus unserer Sicht unmöglich machen.

Sicher trägt ein Gespräch miteinander besser zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bei als der Austausch offener Briefe.

Offene Antwort an das Landesamt für innere Verwaltung M-V

Offener Brief an den Flüchtlingsrat M-V

Wie wir heute (04.04.2020) erfahren haben, ist das Angebot der Nordkirche, kirchliche Wohnheime für Geflüchtete zu öffnen, noch nicht offiziell im Innenministerium angekommen.

 

Collage: Zugetragenes

In den vergangenen Tagen haben wir auf ziemlich verlorenem Posten gekämpft. Das Corona-Abstandsgebot ist in einer Gemeinschaftsunterbringung mit beispielsweise 8-Bett-Zimmern in der Erstaufnahme (EAE) nicht umzusetzen.

Wir wurden als unglaubwürdig dargestellt. Unsere Kritikpunkte wurden zurückgewiesen; Verbesserungsvorschläge gar nicht erst angenommen. Erst seit wir an die Öffentlichkeit gegangen sind und mit einer Anzeige gedroht haben, tut sich etwas.

In den vergangenen Tagen haben wir unter anderem auch die Anordnung des Gesundheitsamtes Schwerin an Geflüchtete erhalten, die sich in Quarantäne begeben sollen (in anhängender Collage anonymisiert). Wir haben diese Anordnung auch erklären müssen. Sie geht – anders als vom Betreiber ausgesagt – nicht in der Muttersprache zu. Uns liegen Fotos auch vom Umschlag vor. Die Anordnung hätte mit Übersetzung 14 Seiten; das geht nicht in einen normalen DIN-A-6-lang-Umschlag (Standardbrief).

Dabei gibt es Anlagen, die auszufüllen sind: Tagebuchführung, Tabellen, Fragebogen. Das wird natürlich überhaupt nicht verstanden. Jeder möge sich vorstellen, er solle eine arabische Tabelle ausfüllen.

Aus dem Text der Anordnung:

„In ihrem Haushalt sollen Sie nach Möglichkeit eine zeitliche und räumliche Trennung von den anderen Haushaltsmitgliedern einhalten. Eine zeitliche Trennung kann z.B. dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine räumliche Trennung kann z.B. dadurch erfolgen, dass Sie sich in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhalten.“


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Pressemitteilung

26.03.2020

Zentralisierte Unterbringung gefährdet Menschen

Flüchtlingsrat fordert Konzept für dezentrale Unterbringung und Gewährleistung von Infektionsschutzmaßnahmen auch für Geflüchtete

Angesichts der Gefährdung durch das Corona-Virus nimmt der Flüchtlingsrat M-V eine besonders prekäre Situation der Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit wahr. Wir weisen darauf hin, dass Mehrbettzimmer, geteilte Sanitäranlagen sowie Speisesäle mit Schlangen vor der Essensausgabe die von Bund und Land angeordneten Kontaktbeschränkungen fast unmöglich machen – genauso wie Gemeinschaftsräume und Außenanlagen, die von hunderten Bewohner*innen gemeinsam genutzt werden müssen.

Dazu erklärt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Landesflüchtlingsrats: „In einem Etagenbett kann man den geforderten Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter nicht einhalten. Das ist evident. Wer in dieser Situation Menschen leichtfertig in Massenunterbringung wohnen lässt, riskiert deren Gesundheit.“

Die räumliche Enge, nicht ausreichende Möglichkeiten der Kontaktbeschränkung bzw. der Selbstquarantäne und die teils auch aus Unwissen mangelnden Hygienestandards erhöhen das konkrete Infektionsrisiko u.E. erheblich. Betreiberpersonal, Betreuende und weiteres Personal dieser Einrichtungen sind damit ebenfalls gefährdet.

Aus unserer Sicht braucht es deshalb dringend ein Konzept, wie mit dieser Herausforderung umzugehen ist. Die Umverteilung insbesondere und vorrangig besonders verletzlicher Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtungen (ältere Menschen, kranke Personen, Schwangere, alleinstehende Mütter mit minderjährigen Kindern) auf kleinere Unterbringungseinheiten ist dringend erforderlich.

Der Flüchtlingsrat empfiehlt die zurzeit leerstehenden Hostels, Schullandheime und Jugendherbergen zu nutzen, die damit auch einen Teil ihrer derzeitigen Einnahmeausfälle kompensieren könnten.

Der Flüchtlingsrat macht abschließend nochmals darauf aufmerksam, dass die derzeit infizierten Geflüchteten gesund nach Deutschland kamen und hier Schutz suchten. Sie haben sich in Deutschland angesteckt. Stigmatisierende Zuschreibungen, wie sie derzeit gegenüber in der Flüchtlingsarbeit Tätigen, gegenüber Behörden, Politik und Medien geäußert werden, sind fehl am Platz.

Es ist vielmehr nötig, die Geflüchteten über Gefahren und Maßnahmen aufzuklären, und das auch in ihrer Muttersprache.

Die Seebrücke MV hat sich in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Lorenz Caffier sowie an die Landtagsabgeordneten gewandt und hat dabei großartige Unterstützung von etwa 130 Erstunterzeichnenden aus Politik, Religion, Gesellschaft und Kultur aus ganz MV. Auch der Flüchtlingsrat ist dabei.

Der Brief fordert die sofortige Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland.
Menschenrechte sind nicht verhandelbar – auch nicht in Krisenzeiten!

#LeaveNoOneBehind

Dieser Hashtag mahnt zugleich: Vergesst die Menschen nicht, die mit prekären Aufenthalten in MV in den Heimen sitzen und nicht raus dürfen. Oder gar die Menschen, die jetzt illegalisiert und ohne Papiere in Deutschland nicht einmal die Möglichkeit haben zum Arzt zu gehen.

Wir veröffentlichen im Folgenden den Brief sowie die Liste der Erstunterzeichnenden:


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