Aktuell

PRO ASYL fordert als Reaktion einen sofortigen Abschiebestopp und eine neue Bewertung der Lage durch das Auswärtige Amt und das BAMF

Angesichts der eskalierenden und sich täglich verschlechternden Situation in Afghanistan und der Erkenntnisse einer am 04.06.2021 veröffentlichten Studie zur Gefährdungslage Abgeschobener fordert PRO ASYL das Auswärtige Amt auf, sofort einen neuen Lagebericht zu Afghanistan zu erstellen. Die Abschiebungen müssen gestoppt werden, zunächst der für Dienstag, 8. Juni, geplante Flug, aber auch alle weiteren. Die Studie, herausgegeben von Diakonie und Brot für die Welt, legt nahe, dass es immer mehr Gründe gibt, die Richtigkeit der bisherigen Ablehnungs- und Abschiebungsentscheidungen anzuzweifeln und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Folgeanträge zu stellen. Der Vollzug von Abschiebungen basiert häufig auf zurückliegenden negativen BAMF-Entscheidungen. Doch nun liegen neue Gefährdungsgründe vor, die berücksichtigt werden müssen. PRO ASYL fordert das BAMF daher auf, diese neuen Erkenntnisse einzubeziehen und die oft kurzfristig gestellten Folgeanträge sorgfältig zu prüfen.

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung. Eine Zusammenfassung findet sich hier.

Zum vollständigen Artikel von Pro Asyl: Link.

 

Pressemitteilung,
03.06.2021

Die Projekte Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline und Faire Integration geben am 17.06.2021 einen virtuellen Workshop mit dem Titel „Arbeitswelt in Deutschland: Mindeststandards im deutschen Arbeitsrecht.“ Die Veranstaltung bietet Interessierten einen Einstieg in das Thema Arbeitsmarkt. Denn es ist ein großer Wunsch vieler Menschen mit Migrationshintergrund, eine Arbeit zu finden. Nicht wenige interessieren sich dabei für eine selbstständige Tätigkeit. Rechte und Pflichten für Arbeitnehmende sowie für selbstständige Tätigkeiten stellen dabei oft eine große Herausforderung dar.

“Berufliche Teilhabe ist für viele Menschen eine Herausforderung, für Menschen mit Migrationshintergrund jedoch in besonderem Maße” sagt Carmen Tarrach, Leiterin des Projekts `Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline`. “Wir haben erlebt, dass Migrant*innen zu wenig Hintergrundinformationen darüber vorliegen, was es bedeutet, sich in Deutschland selbstständig zu machen. Gewerbeanmeldung, Steuern, Krankenversicherung und Business Plan sowie ausreichend deutsche Sprachkenntnisse sind dabei wichtige Bausteine, die erst einmal geklärt sein sollten, bevor man Gewerberäume anmietet.”

Der digitale Workshop “Arbeitswelt in Deutschland: Selbstständigkeit und Mindeststandards im deutschen Arbeitsrecht” gibt einen Überblick über wichtige Bereiche für angehende Selbstständige. Zudem werden auch Standards im deutschen Arbeitsrecht für Angestellte wie z.B. Arbeitsverträge, Arbeitszeiten oder Kündigung behandelt. Die Veranstaltung findet virtuell via zoom am 17. Juni in der Zeit von 09:30 Uhr bis 11:30 Uhr statt und ist ein kostenloses Angebot des IQ Netzwerks MV.

“Wenn Menschen in Deutschland arbeiten wollen, dann gerne selbstständig” meint Khaled Al Bitar, Projektleiter des Projekts `Faire Integration`. “Ich weise in meinen Beratungen und Vorträgen gerne auf die Vorteile einer Angestellten-Tätigkeit hin. Es ist gerade für Menschen mit Migrationshintergrund wesentlich leichter, in einem Betrieb angestellt zu sein. Es gibt viele arbeitsrechtliche Bestimmungen zu Arbeitsverträgen, Urlaubsansprüchen und z.B. Rentenbeiträgen, die für viele erstmal neu sind. Daher ist es leichter, auf diesem Weg in den Arbeitsmarkt einzusteigen.”

Der Workshop ist offen für alle Interessierten, richtet sich aber vornehmlich an Menschen mit Migrationshintergrund, die eine berufliche Tätigkeit aufnehmen wollen.

Anmeldungen sind ab sofort per E-Mail möglich an Carmen Tarrach: iq@fluechtlingsrat-mv.de

Die Veranstaltung findet simultan auf Deutsch und Arabisch statt.

Expert*innen:

Khaled Al Bitar (Projektleiter; Faire Integration)

Ute Neumann (Regionales Fachkräftenetzwerk/Arbeitgeber-Hotline)

Carmen Tarrach (Projektleiterin; Regionales Fachkräftenetzwerk/Arbeitgeber-Hotline)

عالم العمل في المانيا: المعايير الدنيا لقانون العمل في المانيا والعمل الحر.

ورشة عمل افتراضية للمهتمين و للاشخاص من خلفيات مهاجرة – بالعربية والالمانية

Arbeitswelt in Deutschland: Selbständigkeit und Mindeststandards im deutschen Arbeitsrecht

Online-Workshop für Interessierte und Migrant*innen – simultan Veranstaltung auf Deutsch und Arabisch

17. Juni 2021| 09:30 Uhr bis ca. 11:30 Uhr

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Gemeinsame Presseerklärung

25.5.2021

Bundesrat soll Inhaftierung von Kindern in Abschiebungsgefängnissen ausschließen

Flüchtlingsorganisationen unterstützen Schleswig-Holsteinische Gesetzesinitiative

Die Landesflüchtlingsräte, PRO ASYL und der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) begrüßen die Initiative Schleswig-Holsteins im Bundesrat, die Inhaftierung von minderjährigen Kindern und Jugendlichen – allein oder im Familienverbund – zwecks folgender Abschiebung grundsätzlich gesetzlich auszuschließen.


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Pressemitteilung

21.05.2021

Abschiebestopp Afghanistan erforderlich – Schlechte Sicherheitslage droht nach Truppenabzug zu eskalieren

Flüchtlingsrat M-V schreibt im Vorfeld der Innenministerkonferenz an Innenminister Renz

Am 16.-18.06.2021 tagt die Innenministerkonferenz in Rust in Baden-Württemberg. Grundsätzlich muss dort nach Auffassung vieler Organisationen der Flüchtlingshilfe und der Menschenrechte bundesweit ein Abschiebestopp nach Afghanistan, ein humanitäres Bleiberecht für nur geduldete Afghan:innen und ein unbürokratisches Verfahren für den Familiennachzug aus der Gefahr in Afghanistan beschlossen werden.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat aus diesem Grund an den Innenminister Torsten Renz ein Schreiben gesandt, in dem er auf die schlechte Sicherheitslage infolge des Truppenabzugs, die dramatisch schlechte Wirtschaftslage und die Situation durch die Corona-Pandemie in Afghanistan hinweist. Das Schreiben finden Sie hier zum Download.
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Am 18. Mai ist Deutscher #Diversity-Tag! Er trägt den Vielfaltsgedanken mit vielen tollen Aktionen in die Arbeitswelt. Der Flüchtlingsrat M-V hat vor 12 Jahren bei der IHK Rostock die Charta der Vielfalt als eines der ersten „Unternehmen“ in Mecklenburg-Vorpommern gezeichnet und gemeinsam mit dem Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge und der IHK Schwerin im Folgejahr in Schwerin eine erste Unterzeichnungsveranstaltung organisiert. Unsere Geschäftsstelle hat jetzt 8 Mitarbeiter:innen, davon 2 mit Migrationsgeschichte, 2 Schwerbehinderte, 2 … usw.
Deswegen zeigen wir hier, wofür wir stehen und wofür wir uns einsetzen. Alle Infos und ein Online-Quiz zum Thema findet Ihr hier: charta-der-vielfalt.de/aktivitaeten
#DDT21 #VielfaltVerbindet #FlaggefürVielfalt

Frisch aus der Druckerei:

 

Mai 2021 – Inhalt:

  • Identität und Pass
  • Botschaftsbegleitung
  • Duldung light
  • Faire Integration
  • Ein Jahr FKEG

Download

 

Holger Frommert | Pixelio

Holger Frommert | Pixelio

 

Gemeinsame Presseerklärung von PRO ASYL und den Landesflüchtlingsräten
4. Mai 2021

Afghanistan-Abschiebung verschoben: Jetzt politische Konsequenzen ziehen!

Der für heute geplante bundesweite Sammelabschiebe-Charter nach Afghanistan wurde wegen Sicherheitsbedenken verschoben. Dies bestätigt die Kritik von PRO ASYL und den Landesflüchtlingsräten an den Abschiebungen nach Afghanistan, das laut Global Peace Index das unsicherste Land der Welt ist. Afghanistan befindet sich sicherheitstechnisch im freien Fall. Die prekäre Sicherheitslage hat sich durch den am 1. Mai begonnenen Abzug der NATO-Truppen weiter verschärft. Wie das Machtvakuum gefüllt wird, ist ungewiss. Eine Zunahme der Angriffe durch die Taliban und Versuche zur Machtübernahme sind zu erwarten. Darüber hinaus hat sich die wirtschaftliche Lage in Afghanistan auf Grund der Covid-19-Pandemie extrem verschlechtert, sodass Abgeschobenen ohne familiäres oder soziales Netzwerk die Verelendung droht. Trotzdem bleibe der Grundsatz des Innenministeriums zu Abschiebungen nach Afghanistan weiter unverändert, wie dpa berichtet. Dass der für Dienstag geplante Abschiebeflug nicht vollständig abgesagt, sondern lediglich verschoben wurde, ist vollkommen unangemessen.

PRO ASYL und die Landesflüchtlingsräte fordern:


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