Aktuell

Viele Geflüchtete und Geringqualifizierte haben wertvolle Berufserfahrung außerhalb ihrer Ausbildung oder ganz ohne formalen Bildungsabschluss gesammelt. Für eine optimale Arbeitsmarktintegration ist es wichtig zu wissen, mit welchen konkreten Handlungen eines Referenzberufs ein*e Kandidat*in bereits vertraut ist und mit welchen nicht. Aus diesem Grund hat die Bertelsmann Stiftung ein digitales Instrument entwickelt, welches basierend auf Bildern konkreter Handlungssituationen in wenigen Minuten eine erste Selbsteinschätzung ermöglicht: meine-berufserfahrung.de
Vor kurzem ist diese Website zur Selbsteinschätzung beruflicher Kompetenzen online gegangen. Ziel dieses frei zugänglichen Online-Tools ist es, Nutzern die Möglichkeit zu geben in bisher acht (bald 30) Berufen einzuschätzen, mit welchen konkreten Handlungen eines deutschen Referenzberufs sie bereits vertraut sind und mit welchen nicht.
Die Selbsteinschätzung dauert nur fünf Minuten und kann in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch) durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: www.bertelsmann-stiftung.de/meine-berufserfahrung

 

Pressemitteilung

Mit Empörung reagieren PRO ASYL und die Flüchtlingsräte der Bundesländer auf die jüngst bekannt gewordenen Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer, der ein Netz von Lagern zur Unterbringung und Ausgrenzung von Asylsuchenden in ganz Deutschland etablieren will (siehe NOZ von heute). Damit wird das bayerische Modell einer landesweiten Isolation von Geflüchteten zur staatlichen Norm erhoben. In Schnellverfahren soll mit Asylanträgen im wahrsten Sinne des Wortes »kurzer Prozess« gemacht werden. Nicht einmal die in der Koalitionsvereinbarung von CDU, CSU und SPD verabredete Einführung einer unabhängigen Verfahrensberatung ist nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung noch vorgesehen. Dabei hatte das BAMF noch im September 2017 in seinem Evaluationsbericht, der offenbar vom BMI bewusst noch nicht veröffentlicht wurde, eine positive Bilanz gezogen und eine flächendeckende Einführung der unabhängigen Asylverfahrensberatung empfohlen (siehe Evaluationsbericht Asylverfahrensberatung).

PRO ASYL und die Flüchtlingsräte fordern die Bundesländer auf, dem Beispiel Schleswig-Holsteins und einiger anderer Bundesländer zu folgen und dem Lagerkonzept des Bundesinnenministers eine kategorische Absage zu erteilen. Die langfristige Unterbringung in solchen – mit Stacheldraht gesicherten – Massenunterkünften führt zu einer Stigmatisierung der Menschen, die in ihnen leben. Sie werden vom Kontakt zur hier lebenden Bevölkerung quasi ausgeschlossen. Deutschland entwickelt sich vom Integrations- zum Ausgrenzungsland. Wer es ernst meint mit der Integration von Geflüchteten von Anfang an, darf die Menschen nicht 18 Monate lang in Lagern isolieren und so von Integrationsangeboten – Sprachkursen, Anerkennung von Zeugnissen, Qualifikation und Arbeitsmarktintegration etc. – fernhalten, warnen PRO ASYL und Flüchtlingsräte. Derzeit sehen PRO ASYL und die Flüchtlingsräte die Gefahr, dass in Deutschland die Fehler der 80er und 90er Jahre wiederholt werden, als man schon einmal darauf gesetzt hat, bestimmte Gruppen wie etwa die Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon durch eine möglichst schäbige Behandlung und Ausgrenzung in Lagern zu zermürben und zur »freiwilligen Ausreise« zu drängen. Dieses Konzept ist gescheitert, aber es hat vielen Flüchtlingen psychische Schäden zugefügt und die Kosten einer nachträglichen Integration in die Höhe getrieben.


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Der Kurs soll am 11. Juni um 08:30 Uhr beginnen. Er wird wieder im Gemeinderaum der ev.-luth. Gemeinde St. Nikolai am Spiegelberg 14 in Wismar stattfinden.

Wir wollen möglichst vielen Geflüchteten die Möglichkeit der Teilnahme an unserem Erstorientierungskurs und am Spracherwerb ermöglichen und freuen uns daher über die Weitergabe der Information. Mehr Informationen über die Kurse – auch arabisch, russisch, englisch – finden sich hier.

Fahrkosten werden leider nach wie zuvor nicht erstattet.

Anmeldungen und Nachfragen bei Frau Anja-Katharina Frins, 0385 47733-29, E-Mail: frins[at]adwi.de.

 

 

16.05.2018

Pressemitteilung

Öffentliche Anhörung „Altersfeststellung und Clearingverfahren bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern“: Umkehr der Debatte ist nötig.

Zur Öffentlichen Anhörung im Sozialausschuss des Landtages zu „Altersfeststellung und Clearingverfahren bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern“ erklärt der Flüchtlingsrat M-V e.V.:

Der Flüchtlingsrat bedankt sich zu diesem Thema Stellung beziehen zu können, hält aber den derzeit vorherrschenden Diskurs, die jugendhilferechtliche Frage der Alterseinschätzung mit Fragen der Kriminalitätsaufklärung und –prävention zu verschränken für bedenklich.

Jugendhilferechtlicher Bedarf bemisst sich nicht nur am Alter und endet nicht mit Volljährigkeit.

Das Hauptziel von Alterseinschätzungsverfahren muss der Schutz von Minderjährigen sein. Ihre Rechte in den Verfahren müssen gestärkt werden.

Alterseinschätzungsverfahren sollten ein ganzheitlicher und multidisziplinärer Prozess sein, der auf der Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden dokumentarischen Beweise, mündlichen Aussagen des Kindes/Jugendlichen oder seines Vertreters in einem Interview sowie physischen, psychologischen, entwicklungsbezogenen, und soziokulturellen Faktoren beruht; Fachleute aus verschiedenen Disziplinen müssen konsultiert werden.

Wünschenswert und an der Zeit wäre ein Perspektivwechsel, der die konkrete Entwicklung, Reife und den Bedarf des jungen Menschen in den Blick nimmt, statt Hilfebedarfe an einem (vermeintlich) exakten Geburtsdatum festzumachen. Jugendhilfe ist bei Bedarf ohnehin für junge Menschen über die Grenze der formalen Volljährigkeit hinaus bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres zuständig.

Untersuchungen zur Alterseinschätzung sollten nur durchgeführt werden, wenn es im besten Interesse des Kindes liegt (Art. 3 UN-KRK) und wenn ernsthafte und begründete Zweifel am Alter bestehen, die nicht durch Versuche, Beweise zu beschaffen (z.B. in Form von Dokumenten) ausgeräumt werden können.

Internationale sowie nationale Vorgaben zum Minderjährigenschutz müssen vollständig umgesetzt bzw. angewendet werden.

Der Flüchtlingsrat M-V e.V. fordert daher an dieser Stelle dringend eine Umkehr der Debatte: Der Fokus muss wieder auf den präventiven Charakter der Kinder- und Jugendhilfe gelegt werden, auf Qualität und auf Standards, statt auf Gesetzesänderungen.

Die vollständige schriftliche Stellungnahme (16 Seiten) findet sich hier

Bei der Integration gibt es strukturelle und individuelle Chancen und Hürden. Geflüchtete Frauen sehen sich oft einer zweifachen Diskriminierung gegenübergestellt: Sexismus und Rassismus beeinflussen das Bemühen um Akzeptanz, Anerkennung, Selbstorganisation negativ.

Was bringen Frauen mit und wie können wir unterstützend wirken? Warum fürchten wir uns vor dem Trauma von Frauen mit Fluchterfahrung und wie begegnen wir diesem Trauma?

Wie können wir unterstützend wirken bei Gewalterfahrung? Wie können wir individuell begleiten? Welche Unterstützungsstrukturen gibt es?

Wir laden zu diesen Fragen zu einem Seminar „Frauen & Flucht“ ein:

 

31.05.2018
10:00 – 16:00 Uhr
Friedrich Ebert Stiftung,
Landesbüro M-V
Arsenalstraße 8
19055 Schwerin

 

Das Seminar richtet sich an Menschen, die in ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit betreuen, beraten oder begleiten, an Mitarbeitende von Behörden, an Menschen, die politisch tätig sind, sowie an alle Interessierten. Nähere Informationen zu Inhalt, Ablauf und Ort finden sich im Flyer.

Wir würden uns sehr über Euer/Ihr Kommen freuen und bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 07.05.2018 an hp[at]fluechtlingsrat-mv.de.

 

Das neue Heft des Flüchtlingsrat M-V e.V.  behandelt dieses Mal das Schwerpunktthema „Frauen und Flucht“.

Aus dem Inhalt:

  • Im Heimatland, auf der Flucht und angekommen?
  • Projekte für geflüchtete Frauen in M-V
  • Recht auf Schutz und Respekt für Geflüchtete
  • Positionen des Flüchtlingsrat

u.v.a.m.

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Zum Download Bild oder Link anklicken.

 

Der Flüchtlingsrat schreibt kurzfristig eine Projektstelle zum 01.06.2018 oder später aus:

1 Mitarbeiter*in (20 Stunden)
mit administrativen Aufgaben

im Rahmen des Beratungsangebotes „Faire Integration für Geflüchtete“ im IQ-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den Aufgaben des Projekts zählen einerseits die Unterstützung bei der Klärung individueller Fragen zu ausstehendem Lohn, nicht gewährten Arbeitsrechten usw., andererseits sollen allgemeine Informationsangebote zu den Mindeststandards auf dem Arbeitsmarkt und zum deutschen Arbeitsrecht, zu Beratungsstrukturen in Deutschland, zu Qualifizierungs- und Integrationswegen, auch berufsbegleitend aufgebaut werden.

Konkret sollen Schulungsangebote und Informationsbereitstellung für private Arbeitgeber und KmU angeboten werden. Die Bedarfe hierfür sollen für das Bundesland und für weitere Förderperioden erhoben werden.

Ihre Aufgaben:

  • Finanzielle Abwicklung des Projektes
  • Organisatorische Abwicklung Projektes
  • Recherchen zum Thema Arbeitsmarkt
  • Vertretung der Projektleitung
  • Verweisberatung

Wir erwarten:

  • EDV- und Internetkenntnisse
  • Möglichst Fremdsprachenkenntnisse in einer der relevanten Fremdsprachen der Zielgruppe.
  • Hohe Kommunikationsfähigkeit, besonders mit Menschen nicht-deutscher Muttersprache
  • Bereitschaft zu landesweiten Fahrten
  • Identifikation mit den Zielen des Flüchtlingsrates MV e.V.

Wir bieten:

  • Mitarbeit in einem kleinen, engagierten Team
  • Regelmäßige Fortbildungen
  • Entlohnung in Anlehnung an TVöD

Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31.12.2018. Wir bemühen uns um Verlängerung.

Wir erbitten Bewerbungen ausschließlich per Email an jb-iq[at]fluechtlingsrat-mv.de bis zum 23.05.2018.

Bei der Integration gibt es strukturelle und individuelle Chancen und Hürden. Geflüchtete Frauen sehen sich oft einer zweifachen Diskriminierung gegenübergestellt: Sexismus und Rassismus beeinflussen das Bemühen um Akzeptanz, Anerkennung, Selbstorganisation negativ.

Was bringen Frauen mit und wie können wir unterstützend wirken? Warum fürchten wir uns vor dem Trauma von Frauen mit Fluchterfahrung und wie begegnen wir diesem Trauma?

Wie können wir unterstützend wirken bei Gewalterfahrung? Wie können wir individuell begleiten? Welche Unterstützungsstrukturen gibt es?

Wir laden zu diesen Fragen zu einem Seminar „Frauen & Flucht“ ein:

 

Ort: St. Spiritus,
Lange Str. 49/51
17489 Greifswald.
 
Datum:

Uhrzeit:

14.05.2018

10:00 Uhr – 16:00 Uhr

Das Seminar richtet sich an Menschen, die in ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit betreuen, beraten oder begleiten, an Mitarbeitende von Behörden, an Menschen, die politisch tätig sind, sowie an alle Interessierten. Nähere Informationen zu Inhalt, Ablauf und Ort finden sich im Flyer.

Hinweis: Ein Seminar gleichen Inhalts wird auch für den 31.05.2018 in Schwerin angeboten werden. Die Einladung wird in den nächsten Tagen folgen.

Wir würden uns sehr über Euer/Ihr Kommen freuen und bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 07.05.2018 an hp[at]fluechtlingsrat-mv.de.

Pressemitteilung

23.04.2018

Nach dem jüngsten opferreichen Bombenanschlag in Kabul:

Flüchtlingsrat fordert Stornierung des für den 24. April geplanten Afghanistan-Abschiebungsflugs und appelliert an Bundespolizeibeamte, sich nicht an Abschiebungsflügen zu beteiligen

Am Wochenende kam es erneut zu einem brutalen Bombenanschlag – vermutlich des IS – in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Medien berichten von zur Stunde mindestens 57 Toten und über hundert Verletzten. Es traf sie, als sie vor einer staatlichen Dokumentenausgabestelle auf die von ihnen beantragten Personalpapiere warteten, die ihnen die Teilnahme an den für Oktober geplanten Parlamentswahlen hätten erlauben sollen.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern fordert Bund und Länder auf, den für morgen ab Düsseldorf geplanten Afghanistan-Abschiebungsflug umgehend zu stornieren. »Es ist an Absurdität nicht zu überbieten, wenn auf Anschläge Abschiebungen folgen.« so Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates Mecklenburg-Vorpommern.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern legt Bund, Ländern und Gerichten dringend das neue über 400 Seiten lange  Gutachten der Ethnologin Friederike Stahlmann ans Herz, das sie am 28.03.2018 dem Verwaltungsgericht Wiesbaden vorgelegt hat, und das gründlich mit Zweifeln über die landesweit herrschende Gewalt aufräumt und die für Abgeschobene bestehenden Rückkehrgefährdungen in Afghanistan erläutert.

Deutsches Rotes Kreuz – Restoring Family Links und Flüchtlingsrat M-V e.V. informieren über Fluchtursachen, Flüchtlingslager in der Welt und das Menschenrecht auf Asyl.

 

Dienstag, 8. Mai

10:00 – 16:00 Uhr

An der Marienkirche
17033 Neubrandenburg

 

Der DRK Kreisverband Neubrandenburg nimmt den diesjährigen Weltrotkreuztag zum Anlass, über die Arbeit des Suchdienstes zu informieren. Noch nie waren auf der Welt so viele Menschen entwurzelt. Nach letzten Einschätzungen des UNO-Flüchtlingshilfswerks sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht, im Schnitt einer von 113 weltweit. Auch in diesem Jahr ist kein Ende der weltweiten „Flüchtlingskrise“ in Sicht. Viele Familien werden auf der Flucht getrennt: Frauen von ihren Ehemännern, Väter von ihren Kindern, Brüder von ihren Schwestern, Kinder von ihren Eltern. Unter dem Motto „Suchen – verbinden – vereinen“ ist es die Aufgabe des DRK-Suchdienstes, Angehörige zu finden, sie wieder miteinander in Kontakt zu bringen und Familien zu vereinen.

Wie das funktioniert?


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