Schwerin | 05.11.2018 | Die Diakonie M-V berichtet:

Über 210 Interessierte diskutierten bei „Unerwünscht“-Lesungen über die Integration Geflüchteter in Deutschland

Über 210 Interessierte kamen zu den Lesungen der Brüder Mojtaba und Masoud Sadinam nach Wismar, Hagenow und Schwerin, zu denen die Diakonie Mecklenburg-Vorpommern und der Flüchtlingsrat MV e. V. vom 1. bis zum 3. November 2018 eingeladen hatten. Diese erfolgreiche Lesereise fand im Rahmen der Weltwechseltage 2018 unter dem diesjährigen Motto „Postwachstum“ statt – einem Gemeinschaftsprojekt, koordiniert durch das Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V mit 80 Veranstaltungen zu globalen Themen in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Die Brüder Sadinam lasen aus ihrem Buch „Unerwünscht“ und berichteten über ihre politisch bedingte Flucht aus dem Iran nach Deutschland im Jahr 1996 sowie ihren Begegnungen mit Deutschen, die sie nicht als unerwünschte Ausländer betrachteten, sondern sie unterstützten. Anderseits war da der lange und kräftezehrende Kampf mit den Behörden, die sie immer wieder abschieben wollten. Dennoch verlor die Familie nicht den Mut.

(v.l.n.r.) Masoud Sadinam, Grit Schäfer (Diakonie M-V), Mojtaba Sadinam, Ulrike Seemann-Katz (Flüchtlingsrat MV e. V.) bei der Lesung in Schwerin

Vor rund 80 Gästen, die sich in gemütlichem Ambiente in der Buchhandlung littera et cetera teils sitzend, teils stehend eingefunden hatten, berichtete Masoud Sadinam, dass ihre Mutter seine Brüder und ihn stets motiviert hatte, in der Schule gute Leistungen zu erbringen, damit sie in Deutschland etwas werden würden. Dies sei hier für sie als Ausländer noch bedeutsamer gewesen als im Iran. „In der Schule haben wir etwas geleistet, also etwas reingesteckt und etwas herausbekommen. Beim Asylverfahren war es anders. Da haben wir Energie reingesteckt und am Ende kam nichts Positives heraus. Deshalb war die Schule für uns sehr wichtig, um auch Normalität zu haben.“ So absolvierten die Brüder ihr Einser-Abitur, studierten und gründeten eine IT-Firma.
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Stellenausschreibung

Der Flüchtlingsrat schreibt vorbehaltlich der Bewilligung eine Projektstelle zum 01.01.2019 aus:

Mitarbeiter*in (30 Stunden) mit projektleitenden Aufgaben

für die Arbeitgeber-Hotline im IQ-Netzwerk Mecklenburg-Vorpommern.

IHRE AUFGABEN:

  • Ansprechpartner/in für Arbeitgeber, zuständige Behörden, Institutionen und weitere Akteure des Arbeitsmarktes in M-V zum Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, Einstellungen von Migrant/innen
  • Projektleitung
  • Beratung in der Telefonhotline nach Plan
  • Aufsuchende Beratung nach Bedarf
  • Regionale Vernetzung von Kompetenzen und Strukturen
  • Mitarbeit in IQ-Gremien auf Bundesebene
  • Kommunikation

IHR PROFIL:

  • abgeschlossenes Hochschulstudium als Diplompädagoge/in, Sozialpädagoge/in oder vergleichbar
  • Erfahrungen in der Beratungsarbeit
  • Fundierte Kenntnisse in mindestens einem dieser Rechtsbereiche: Asyl- und Aufenthaltsrecht, Sozial- und Arbeitsrecht, BeschV, SGB II, SGB III sowie von weiteren Förderinstrumenten
  • Hohe Kommunikationsfähigkeit
  • organisatorisches Geschick, hohe Belastbarkeit, Teamfähigkeit und selbstständige Arbeitsweise
  • Identifikation mit den Zielen des Flüchtlingsrates MV e.V.
  • Identifikation mit den Zielen des bundes- und landesweiten IQ Netzwerkes

WIR BIETEN:

  • eine Tätigkeit in einem hoch motivierten Team
  • eine angemessene Vergütung. Die Stelle wird in Anlehnung an TVöD je nach Einstellungsvoraussetzungen eingestuft.

Die Stelle kann ggf. in der Arbeitszeit an Ihre Wünsche angepasst werden. Sie ist befristet bis zum 31.12.2019. Wir bemühen uns um Verstetigung.

Wir erbitten Bewerbungen ausschließlich per Email an naf[at]fluechtlingsrat-mv.de bis zum 30.11. 2018.

Wir, der Flüchtlingsrat M-V e.V., schließen uns der Besatzung der Aquarius an und fordern alle europäischen Staaten mit Nachdruck dazu auf, der Pflicht Menschen aus Seenot zu retten, nachzukommen.

Die Aquarius ist das einzig verbliebene Rettungsschiff im Mittelmeer.

 

Die Aquarius ist seit 31 Monaten im zentralen Mittelmeer im Einsatz und hat in mehr als 230 Rettungseinsätzen 29.523 Menschen gerettet.

In den letzten Monaten wurde mit allen politischen Mitteln gezielt versucht, die Rettungseinsätze der Aquarius zu stoppen. Dem Schiff wurde innerhalb eines Monats zweimal die Flagge aberkannt; zuerst von Gibraltar, dann von Panama.

 

 

Wenn die zivilen Rettungsschiffe ihre Einsätze nicht fortsetzen dürfen, sterben mehr Menschen vor den Toren Europas. Sie sterben ungehört und ungesehen, weil Europa beschlossen hat, die Augen vor der humanitären Katastrophe im Mittelmeer zu verschließen.

Wir fordern deswegen die Einhaltung internationalen Rechts und die Entkriminalisierung ziviler Seenotrettung.
Wir rufen die Staaten Europas dazu auf:

Alle Maßnahmen zu ergreifen, die es der Aquarius sowie allen anderen zivilen Seenotrettungsschiffen erlauben, ihren lebensrettenden Einsatz so schnell wie möglich fortzusetzen,
der Pflicht nachzukommen, Menschen in Seenot zu retten,
sowie durch den Aufbau eines europäischen Rettungssystems im Mittelmeer Verantwortung zu übernehmen.

Und wir bitten, die Petition zu unterzeichen. Hier der Link: https://you.wemove.eu/campaigns/save-the-aquarius-and-rescue-at-sea

Die aus dem Iran stammenden Brueder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam erzählen in „Unerwünscht“ die bewegende Geschichte ihrer Suche nach Heimat, Freiheit und dem Wunsch, dazuzugehören. Foto: Piper Verlag.

Lesungen in Wismar, Hagenow und Schwerin

in Kooperation mit:

 

 

 

 

Schwerin, 08. Oktober 2018. Aufgrund des hohen Interesses haben das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. und der Flüchtlingsrat MV e. V. erneut die Brüder Sadinam zu drei Lesungen nach Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

 

Termine: 01. – 03. 11. 2018

 

Im Rahmen der Weltwechseltage 2018 „Postwachstum“ laden das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern e. V. und der Flüchtlingsrat MV e. V. alle Interessierten zu den Lesungen „Unerwünscht“ mit Mojtaba und Masoud Sadinam am 1. November 2018 nach Wismar (19 Uhr), am 2. November 2018 nach Hagenow (19 Uhr) und am 3. November 2018 nach Schwerin (16 Uhr) herzlich ein. Im Anschluss an die Lesungen findet ein Gespräch mit dem Publikum statt. Der Eintritt ist frei.


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Pressemitteilung

Zum bundesweiten Tag des Flüchtlings warnen PRO ASYL und die landesweiten Flüchtlingsräte vor Ausgrenzung und Isolation von Geflüchteten in Lagern, AnkER-Zentren und anderen Orten der Stigmatisierung und Entwürdigung.

In Großlagern wie den AnkER-Zentren kann es keine fairen Asylverfahren geben. Mit Isolation und Restriktionen wie etwa Residenzpflicht und Arbeitsverbot wird die Integration von Geflüchteten fast völlig unterbunden. Entrechtete und ihrer Integrationsperspektiven beraubte Schutzsuchende sind die Folge. Geplant sind unter anderem:

  • Zwangsaufenthalt bis zu 18 Monaten in isolierten Großlagern von bis zu 1.500 Personen
  • Statt fairer und gründlicher Überprüfung der Fluchtgründe: 48-Stunden-Verfahren und vorzeitige, zur Rückkehr drängende Beratungen
  • Zugang zu AnwältInnen oder einer unabhängigen Asylverfahrensberatung wird verhindert
  • Kaum Möglichkeiten gegen Bescheide zu klagen, der Rechtsweg wird versperrt

    In Mecklenburg-Vorpommern werden Schutzsuchende schon jetzt in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Einzelfällen auch länger als 18 Monate festgehalten. Kinder im schulpflichtigen Alter werden nicht formal beschult. Die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen durch das Land Mecklenburg-Vorpommern widerspricht den Standards, die den übrigen Gemeinschaftsunterkünften in Mecklenburg-Vorpommern behördlich vorgeschrieben sind.


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