Presse

Pressemitteilung

Schwerin, 29.05.2020

  • Virtueller Workshop über Zugänge zu Corona-Wirtschaftshilfen für kleine und mittlere migrantische Unternehmen
  • IQ Projekt „Regionales Fachkräftenetzwerk/ Arbeitgeber-Hotline“ bietet einen Überblick über Hilfsmaßnahmen in M-V
  • Isabell Sadowsky referiert über interkulturelle Unterschiede in der Bürokratie, den Umgang mit der Angst und das Annehmen von Hilfen

Während der Corona-Krise haben viele Unternehmen Hilfsmaßnahmen beantragt. Doch für nicht wenige ist gerade die Beantragung der Hilfsmaßnahmen eine große Hürde. Das IQ Netzwerk konnte Isabell Sadowsky, Personalberaterin und Coach aus Hamburg, für einen virtuellen Workshop am 9. Juni um 10 Uhr gewinnen.

Für viele durch die Corona Krise betroffene Unternehmen gibt es verschiedene Hürden bei den Zugängen zu Corona Wirtschaftshilfen zu überwinden. Seien es kulturelle Unterschiede in der Bürokratie, den Umgang mit Hilfe oder Angst. Der Workshop vermittelt ein holistisches Verständnis für verschiedene kulturelle Ansätze und gibt praktische Tipps für den Alltag.

Isabell Sadowsky ist studierte Ethnologin M.A. und arbeitet als Personalberaterin und Coach in Hamburg. Als Absolventin der Universität Hamburg forschte sie zu Führungsstrategien von Market Queens in Ghana, also Frauen, die den Markt organisieren und wie sie zu dieser Führungsposition gelangt sind. Heute berät sie Unternehmer*innen respektive Unternehmen zur Besetzung von Führungspositionen im oberen und mittleren Management. Nebenbei produziert und moderiert sie eine Sendung bei dem öffentlich-rechtlichen Sender Tide in Hamburg.

Das Projekt Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline berät zu Förderinstrumenten des Bundes und des Landes M-V zur Überwindung der Corona-Krise, zu Soforthilfen für (Solo-) Selbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen sowie zu Hilfen für ihre Mitarbeitenden.

„Mit der Veranstaltung wollen wir nicht nur über das Thema Corona-Wirtschaftshilfe informieren, sondern auch Unternehmen und allen Interessierten einen ganz besonderen Zugang zum Thema ermöglichen. Wir freuen uns mit Isabell Sadowsky einen ganz besonderen Gast für unsere Veranstaltung gewonnen zu haben. Corona ist eine Herausforderung für uns alle, aber nicht alle haben die gleichen Möglichkeiten, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen“ so Carmen Ziegler für das Regionale Fachkräftenetzwerk/ Arbeitgeber-Hotline, das beim Flüchtlingsrat M-V angesiedelt ist.

Veranstaltungen des IQ-Netzwerks sind grundsätzlich kostenlos.

Den Link zu Veranstaltung erhalten Teilnehmer*innen nach der Anmeldung.

 

Regionales Fachkräftenetzwerk/
Arbeitgeber-Hotline

Carmen Ziegler

Telefon: 0385 55575140

E-Mail: iq@fluechtlingsrat-mv.de

Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz (Link zum Mitschnitt) wurde heute folgendes veröffentlicht und erläutert:

Pressemitteilung

11.05.2020

Online-Pressekonferenz

Die Landesflüchtlingsräte, PRO ASYL und die Seebrücken-Bewegung legten heute, um 10 Uhr in einer Pressekonferenz dar, dass es gerade jetzt gilt, niemanden zurückzulassen und Lager zu schließen – ob in Moria oder Halberstadt. Vertreter*innen der Organisationen berichteten von Problemlagen, Maßnahmen und Perspektiven.

Während Menschen weltweit mit den Maßnahmen durch die Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, sind besonders jene, die erzwungenermaßen in Campstrukturen untergebracht sind, enormen Gefahren ausgesetzt. Schutzsuchende leben teils zu tausenden in Lagern, in denen Infektionsschutz und persönliche Bedarfsdeckung zwangsläufig nicht möglich sind. Mit Blick auf die Elendslager in Moria auf Lesvos oder weiteren Inseln, auf das Leid der Menschen in den Folterlagern Libyens, dem Schicksal der Menschen auf der Balkanroute und auch in Massenunterkünften in Deutschland lässt sich feststellen: Schutzsuchende werden dem Virus schutzlos ausgesetzt oder mit freiheitsentziehenden Maßnahmen belegt.


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Zum Download:

Aktueller mehrsprachiger Flyer des Beratungsprojekts

 

 

Während der Corona-Krise haben viele Unternehmen steuerliche Hilfsmaßnahmen beantragt. Eine große Anzahl von Arbeitnehmer*innen, Selbstständigen, Freiberufler*innen und kleinen Betrieben erhalten Kurzarbeitergeld oder Soforthilfen. Doch nicht wenige haben Fragen zum Antragsverfahren, einzelnen Förderinstrumenten oder zum Arbeitsrecht. Das IQ Netzwerk berät auch in der Corona-Krise migrantische Unternehmen und Arbeitnehmer*innen, Selbstständige und Freiberufler*innen.

Das Projekt Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline berät zu Förderinstrumenten des Bundes und der Bundesländer zur Überwindung der Corona-Krise, zu Soforthilfen für (Solo-) Selbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen sowie zu Hilfen für ihre Mitarbeitenden.

Das Projekt Faire Integration unterstützt bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, z.B. Lohn, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigung sowie Krankenversicherung usw. und berät zu Rechten und Pflichten im Arbeitsverhältnis.

„Wir freuen uns, auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, mit unseren Angeboten Unternehmen und Arbeitnehmer*innen direkt unterstützen zu können“, so Dr. Maher Fakhouri, Koordinator des IQ Netzwerks Mecklenburg-Vorpommern.

„Krisen treffen immer und überall die Schwächsten einer Gesellschaft am härtesten und es ist gut, wenn wir mit unserem Angebot Geflüchtete auch in dieser Lage unterstützen können“, sagt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates M-V e.V.

 

Beide Projekte sind Teil des IQ Netzwerks MV, Träger ist jeweils der Flüchtlingsrat M-V e.V.

Regionales Fachkräftenetzwerk/
Ar
beitgeber-HotlineCarmen Ziegler
Telefon: 0385 55575140
E-Mail: iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

            Faire Integration

JacobBobzin
Telefon: 0152 0157 5906
Email: jb-iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

 

17.04.2020

Aufnahme von 55 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist lächerlich gering

Am kommenden Samstag landen in Niedersachsen 55 unbegleitete Kinder im Alter von 8-17 Jahren, deren Aufnahme Deutschland nach langem Gezerre zugestimmt hat.  PRO ASYL und die Landesflüchtlingsräte kritisieren diese Zahl als lächerlich gering. Die Aktion droht zu einem Feigenblatt zu verkommen für die Nicht-Aufnahme Tausender Geflüchteter, die in den Insellagern in Griechenland sich selbst überlassen sind. Eine Aufnahme, die ernsthaft Abhilfe schafft und angesichts der drohenden Corona-Pandemie Schlimmeres in den sogenannten Hotspots verhindert, muss anders aussehen.

Die langwierige Aktion wird der Öffentlichkeit dennoch als die große solidarische Geste Europas präsentiert. Schutzsuchende mit Angehörigen in Deutschland beispielsweise, die im Rahmen der Dublin-Verordnung ohnehin Anspruch auf die Überstellung hätten, stellen eine Gruppe dar, die weitestgehend bekannt und dokumentiert ist und deren Aufnahme keiner weiteren komplizierten Verfahren bedürfte. Diese Menschen bleiben außen vor, ebenso wie weitere Tausende, für deren Aufnahme Deutschland und die EU Mittel und Möglichkeiten hätten, diese einfach und vor allem zügig in anderen EU-Staaten aufzunehmen.

PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte fordern das BMI, die Bundesländer  und die EU auf, schnell und pragmatisch zu handeln.

Folgende Schritte sind realistisch kurzfristig möglich:


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Pressemitteilung

26.03.2020

Zentralisierte Unterbringung gefährdet Menschen

Flüchtlingsrat fordert Konzept für dezentrale Unterbringung und Gewährleistung von Infektionsschutzmaßnahmen auch für Geflüchtete

Angesichts der Gefährdung durch das Corona-Virus nimmt der Flüchtlingsrat M-V eine besonders prekäre Situation der Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit wahr. Wir weisen darauf hin, dass Mehrbettzimmer, geteilte Sanitäranlagen sowie Speisesäle mit Schlangen vor der Essensausgabe die von Bund und Land angeordneten Kontaktbeschränkungen fast unmöglich machen – genauso wie Gemeinschaftsräume und Außenanlagen, die von hunderten Bewohner*innen gemeinsam genutzt werden müssen.

Dazu erklärt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Landesflüchtlingsrats: „In einem Etagenbett kann man den geforderten Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter nicht einhalten. Das ist evident. Wer in dieser Situation Menschen leichtfertig in Massenunterbringung wohnen lässt, riskiert deren Gesundheit.“

Die räumliche Enge, nicht ausreichende Möglichkeiten der Kontaktbeschränkung bzw. der Selbstquarantäne und die teils auch aus Unwissen mangelnden Hygienestandards erhöhen das konkrete Infektionsrisiko u.E. erheblich. Betreiberpersonal, Betreuende und weiteres Personal dieser Einrichtungen sind damit ebenfalls gefährdet.

Aus unserer Sicht braucht es deshalb dringend ein Konzept, wie mit dieser Herausforderung umzugehen ist. Die Umverteilung insbesondere und vorrangig besonders verletzlicher Bewohner*innen der Erstaufnahmeeinrichtungen (ältere Menschen, kranke Personen, Schwangere, alleinstehende Mütter mit minderjährigen Kindern) auf kleinere Unterbringungseinheiten ist dringend erforderlich.

Der Flüchtlingsrat empfiehlt die zurzeit leerstehenden Hostels, Schullandheime und Jugendherbergen zu nutzen, die damit auch einen Teil ihrer derzeitigen Einnahmeausfälle kompensieren könnten.

Der Flüchtlingsrat macht abschließend nochmals darauf aufmerksam, dass die derzeit infizierten Geflüchteten gesund nach Deutschland kamen und hier Schutz suchten. Sie haben sich in Deutschland angesteckt. Stigmatisierende Zuschreibungen, wie sie derzeit gegenüber in der Flüchtlingsarbeit Tätigen, gegenüber Behörden, Politik und Medien geäußert werden, sind fehl am Platz.

Es ist vielmehr nötig, die Geflüchteten über Gefahren und Maßnahmen aufzuklären, und das auch in ihrer Muttersprache.

Die Seebrücke MV hat sich in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Lorenz Caffier sowie an die Landtagsabgeordneten gewandt und hat dabei großartige Unterstützung von etwa 130 Erstunterzeichnenden aus Politik, Religion, Gesellschaft und Kultur aus ganz MV. Auch der Flüchtlingsrat ist dabei.

Der Brief fordert die sofortige Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland.
Menschenrechte sind nicht verhandelbar – auch nicht in Krisenzeiten!

#LeaveNoOneBehind

Dieser Hashtag mahnt zugleich: Vergesst die Menschen nicht, die mit prekären Aufenthalten in MV in den Heimen sitzen und nicht raus dürfen. Oder gar die Menschen, die jetzt illegalisiert und ohne Papiere in Deutschland nicht einmal die Möglichkeit haben zum Arzt zu gehen.

Wir veröffentlichen im Folgenden den Brief sowie die Liste der Erstunterzeichnenden:


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Weitere flüchtlingspolitische Maßnahmen angesichts der Corona-Pandemie notwendig –

Effektiver Rechtsschutz muss weiterhin gewährleistet werden.

Der Flüchtlingsrat MV hat bis auf weiteres den Publikumsverkehr in der Geschäftsstelle und die Face-to-Face-Beratungen ausgesetzt. Alle Mitarbeiter*innen befinden sich seit gestern im Homeoffice mit Ausnahme einer täglich wechselnden Notbesetzung des Büros zur Entgegennahme und Verarbeitung von Post.

Beratung findet – auch angesichts der Besuchersperre in den Unterkünften – nur noch telefonisch statt. Die jeweilige Erreichbarkeit je nach Problem findet sich weiter unten auf der Startseite der Homepage.

Dazu erklärt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrats: „Die fehlende Beratungspräsenz in den Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, in denen wir bislang landesweit beraten haben, also Erstaufnahmeeinrichtungen, Begegnungsstätten, kommunalen Unterkünften, Sprachcafés usw., darf aber nicht dazu führen, dass Menschen nicht mehr zu ihrem Recht kommen. Es wäre fatal, wenn jetzt aufgrund von Einschränkungen im Publikumsverkehr bei Behörden oder wegen etwaiger Ausgangssperren, Fristen nicht eingehalten werden können. Wir appellieren an die Behörden, hier die Erlasslage anzupassen, Kulanz zu gewähren und Ermessensspielräume zu nutzen.“

Im Einzelnen geht es vor allem um folgende Schwierigkeiten:


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Zum Sonnabend, 07. März 2020, ruft der Verein Rostock hilft zu einer Demonstration gegen die Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge der Europäischen Union um 15:00 Uhr am Doberaner Platz auf:

„Wir fordern die sofortige Öffnung der griechischen und der bulgarischen Grenze und die Einrichtung sicherer Fluchtrouten nach Europa“ sagt Mohamad Katrib von Rostock hilft. „Wegen der Eskalation der jüngsten Ereignisse in Idlib werden die Menschen dort zur Flucht in die Türkei gezwungen. In der Türkei leben seit Jahren Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern unter schlechten Bedingungen.“

Seit einer Woche verschärft sich die Situation an der europäischen Grenze. Die türkische Regierung hält die Asylsuchenden nicht mehr auf, während die Europäische Union ihre Grenzen immer stärker abschottet.

„Warum wurde vor Fünf Jahren nicht auf mich geschossen?“ Fragt Katrib der selbst 2015 nach Deutschland gekommen ist. „Wir müssen das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft von vor 5 Jahren wiederfinden. Wir sind alle Menschen.“

Erfurt/Frankfurt. Angesichts des erschreckenden Wahlergebnisses sind PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte entsetzt. In Thüringen wurde ein Tabu-Bruch vollzogen: Die FDP und die CDU paktieren offen mit einer rassistischen und demokratieverhöhnenden Partei. Damit wird der Einfluss von Rassisten und Rechtspopulisten nun noch mehr auf das Regierungshandeln zunehmen.

Thüringen droht zum Testgelände für das Herabsenken menschen- und flüchtlingsrechtlicher Standards zu werden. Seit Jahren erstarkt der Rassismus und Nationalismus europaweit, werden die Angriffe auf die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte zahlreicher und intensiver. Dies trifft in besonderem Maße Flüchtlinge und Asylsuchende, deren Rechte vielerorts, nun auch in Thüringen, zur Disposition gestellt werden.

PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte rufen zur Verteidigung der Menschenrechte und demokratischer Werte auf. Aktuell demonstrieren PRO ASYL und Landesflüchtlingsräte mit vor dem Thüringer Landtag.

Pressekontakt: 0176 56 94 13 31 (Flüchtlingsrat Thüringen)