MV

Foto: Sylvia Giesler

Das Team der Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats hat heute wieder die Fahne gehisst. Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, die jedes Jahr in der letzten Novemberwoche begangen wird, machen auch wir alljährlich auf das Thema aufmerksam. Das Recht auf ein Leben ohne häusliche oder sexualisierte Gewalt gilt auch für geflüchtete Frauen.

Der Flüchtlingsrat unterstützt damit die wichtige Arbeit von TERRES DES FEMMES gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz, weibliche Genitalverstümmlung, Verbrechen im Namen der sogenannten Ehre, Frauenhandel, Prostitution, Früh- und Zwangsverheiratung oder Häusliche Gewalt. Denn alle diese Themen betreffen immer wieder auch geflüchtete Frauen, sind oft sogar deren Fluchtursache.

In diesem Jahr lädt TERRE DES FEMMES dazu ein, sich besonders dem Thema #bornequal zu widmen und darüber aufzuklären: Kein Mädchen und keine Frau soll Gewalt erfahren, nur weil sie zwei X-Chromosomen besitzt! Die Geschlechter sind einander ebenbürtig – born equal – ohne Wenn und Aber. Die Kampagne startete am 08. März im 40. Jubiläumsjahr von TERRES DES FEMMES.

Zum Bericht der Ostsee-Zeitung vom 19.11.2021 über die Zustände in der Gemeinschaftsunterkunft in Greifswald erklärt der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V.:

Die menschunwürdigen Zustände sind erschütternd, sind aber immer wieder vergleichbar in vielen Unterkünften in Mecklenburg-Vorpommern und sogar bundesweit anzutreffen. Mal sind es Bettwanzen, die sich ausbreiten, mal ist es Wasser, dass auf dem Fußboden von Sanitäreinrichtungen steht, und wegen Bodenunebenheiten nicht abfließen kann, mal sind es geplatzt, e Heizungsrohre, die für Schimmelbildung sorgen, mal fehlen Schranktüren usw.

Es gibt viele, vor allem strukturelle Ursachen für diese Schäden: Materialermüdung, weil das billigste beschafft wird, Vandalismus, fehlende Instandhaltung, unklare Zuständigkeiten. Wer kommt für den Schaden auf: Kommune oder Vermieter oder Betreiber? Nur schnelle Reparaturen anfangs kleiner Schäden werden aber künftig keine weiteren Schäden nach sich ziehen. Dort wo dieser Grundsatz verstanden ist, wo bei Schäden schnelle Abhilfe geleistet wird, halten sich einerseits die Folgekosten in Grenzen, andererseits bleibt der Ruf der Einrichtung und der Kommune gewahrt.


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Pressemitteilung

09.11.2021

Koalitionsvereinbarung teils enttäuschend – Kritische Begleitung notwendig

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat die gestern vorgelegte Koalitionsvereinbarung inhaltlich auf Flucht- und Migrationsthemen geprüft und erklärt:

Diese Koalitionsvereinbarung setzt in der Flüchtlingspolitik andere Vorzeichen. Es ist nicht mehr vorrangig von Identitätstäuschung und Straftaten sowie Durchsetzung der Abschiebung die Rede wie im rotschwarzen Koalitionsvertrag der vorhergehenden Legislaturperiode. Die Koalitionspartner betrachten Interkulturelle Öffnung als wesentlichen Baustein. Im Wesentlichen sind die meisten Punkte jedoch vage Absichtserklärungen, deren Umsetzung wir konstruktiv und kritisch begleiten werden.

Besonders enttäuschend ist aber, dass es im ganzen Vertrag keinen einzigen Hinweis auf eine Verbesserung der Unterbringungssituation Asylsuchender gibt, die noch vor der Wahl durch ein Papier von 33 Organisationen und Institutionen gefordert wurde und deren Umsetzung die Linke versprach und die SPD prüfen wollte. Hier ist das Land allein zuständig!


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Pressemitteilung/Presseeinladung

Flüchtlingsrat MV/Faire Integration

Die Aktion in Neubrandenburg

 

Am 27. und 28. Oktober 2021 fanden in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der bundesweiten Aktionstage, die seit Anfang September 2021 umgesetzt werden, die Aktionen bei Amazon statt. Mit bundesweiten Aktionstagen haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der DGB sowie mehrere Beschäftigten-Beratungsnetzwerke unter dem Hashtag #ausgeliefert auf die prekären Arbeitsbedingungen von Zustellerinnen und Zustellern bei Amazon aufmerksam gemacht.

An den Aktionstagen In Mecklenburg-Vorpommern vom 27. bis 28. Oktober beteiligten sich das Projekt „Faire Integration“ des Flüchtlingsrates M-V e.V., das Projekt „CORRECT!“ des Vereins „Arbeit und Leben“ M-V e.V. sowie die vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Am Mittwoch, 27.10.2021 hat es den ersten Aktionstag in Neubrandenburg gegeben. Der zweite Aktionstag fand am Donnerstag, 28.10.2021 in Rostock statt.


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Stellenausschreibung

Der Flüchtlingsrat schreibt zum 01.01.2022 vorbehaltlich einer Projektbewilligung eine Projektstelle aus:

Dipl. Pädagoge/in oder Sozialpädagoge/in (35 Stunden oder 20 Stunden) m/w/d

für Migrationsberatung mit Schwerpunkt Flüchtlinge

Wir erwarten:

  • Erfahrungen in der Beratungsarbeit
  • Fundierte Kenntnisse in für Migrantinnen und Migranten relevanten Rechtsbereichen wie dem Asylverfahrens-, dem Aufenthalts- und Sozialrecht
  • EDV- und Internetkenntnisse
  • Gerne Fremdsprachenkenntnisse in den relevanten Fremdsprachen der Zielgruppe, insbesondere wünschenswert sind Persisch (Dari/Farsi), Arabisch oder Russisch
  • Kompetenz in der professionellen Arbeit mit Menschen in multiplen Problemlagen
  • Hohe Kommunikationsfähigkeit, besonders mit Menschen nicht-deutscher Muttersprache
  • Bereitschaft zu landesweiten Fahrten
  • Identifikation mit den Zielen des Flüchtlingsrates MV e.V.

Wir bieten:

  • Mitarbeit in einem kleinen, engagierten Team
  • Regelmäßige Fortbildungen
  • Entlohnung in Anlehnung an TVöD

Bewerbungen bitte bis zum 20. November 2021 ausschließlich per Email an naf[at]fluechtlingsrat-mv.de.

Nachfragen: 0172 – 32 44 842.

Die Stelle ist befristet. Eine Weiterbeschäftigung nach Ablauf der Befristung ist beabsichtigt.

Datenschutzhinweis:

Der Flüchtlingsrat M-V e.V. erhebt und verarbeitet die personenbezogenen Daten von Bewerber:innen zum Zwecke der Abwicklung des Bewerbungsverfahrens. Schließt der Flüchtlingsrat M-V e.V. einen Anstellungsvertrag mit einer/einem Bewerber:in, werden die übermittelten Daten zum Zwecke der Abwicklung des Beschäftigungsverhältnisses unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften gespeichert. Wird kein Anstellungsvertrag mit der/dem Bewerber:in geschlossen, so werden die Bewerbungsunterlagen spätestens sechs Wochen nach Bekanntgabe der Absageentscheidung gelöscht, sofern einer Löschung keine sonstigen berechtigten Interessen des Flüchtlingsrats oder der Bewerber:innen entgegenstehen.

 

Landesaufnahmeprogramm für Afghan:innen gefordert –  64 Organisationen schicken Appell an Ministerpräsidentin Schwesig und die zukünftige Landesregierung

Am 18. Oktober hat die Initiative >Jugend spricht< einen offenen Appell für ein Landesaufnahmeprogramm für Menschen aus Afghanistan an Ministerpräsidentin Schwesig verschickt. Der Aufruf wird von 63 weiteren Organisationen unterstützt: Parteien, kirchliche Stellen, zivilgesellschaftliche Vereine, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen, Kulturinitiativen, Jugendverbände.

„Jugend spricht“ und 63 Mitzeichner:innen fordern mit einem Landesaufnahmeprogramm einen sicheren Ort für Afghan:innen zu schaffen, deren Hoffnungen auf ein Leben in Freiheit, Würde und Demokratie durch die Taliban zerstört wurden. Während die mediale Aufmerksamkeit abebbt, wollen und können wir nicht wegschauen. Stattdessen zeigen wir, dass MV bereit ist, Afghan*innen willkommen zu heißen und aufzunehmen.


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Wir laden zum Online-Seminar „Flucht und Behinderung“ ein.

Menschen mit Behinderung und Fluchtgeschichte gehören zu der Gruppe der besonders schutzbedürftigen geflüchteten Personen und haben ein Anrecht auf die notwendige medizinische Versorgung und Beratung.
Höherrangiges Recht, wie beispielsweise die UN-Behindertenrechtskonvention oder die EU-Richtlinien, verpflichten staatliche Stellen, besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen zu identifizieren und bedarfsgerecht zu beraten und zu versorgen.

Es gibt aber wenig Wissen über diese Zielgruppe: Handicap International schätzt, dass es sich um ca. 10 – 15 % der Geflüchteten handelt. Das Seminar informiert über Rechte und Fördermöglichkeiten. Gerne besprechen wir auch konkrete Fälle aus Eurer/Ihrer Praxis. Dazu schickt/schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung eine kurze Schilderung der Problemlage.

Das Seminar ist kostenlos und findet oline statt in Kooperation mit dem IvAF-Projekt NAFplus

am Donnerstag, 30.09.2021

von 10:00 – 15:00 Uhr (mit Pausen).

Anmeldung bitte bis zum 26.09.2021 an naf[at]fluechtlingsrat-mv.de. Angemeldete erhalten den Zugangslink.

Programm:

10:00 Uhr Begrüßung und Vorstellungsrunde

  • Flüchtlingsrat, NAF und IvAF – Ziele und Aufgaben, Arbeitsmarktprojekte in M-V
  • Kontext: Daten, Fakten, Zuständigkeiten
  • Einführung: Behinderung und Integration
  • Teilhabe an Bildung

12:30 Uhr Mittagspause

  • Teilhabe am Arbeitsleben
  • Medizinische Rehabilitation
  • Menschen mit Schwerbehinderung
  • Geltendmachung von Rechten

15:00 Uhr Seminarende

Arabischsprachiger Online-Workshop für Interessierte und Migrant*innen

Mittwoch, 15.09.2021
10:00 bis 11:30 Uhr

Viele Menschen mit Migrationshintergrund wollen Arbeit finden. Die Rechte und Pflichten für Arbeitnehmende stellen jedoch oft eine große Herausforderung dar.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Arbeitsvertrag? Fragen zur Sozialversicherung? Fragen zu Steuerklassen? Arbeiten Sie und bekommen Sie gleichzeitig Jobcenterleistungen und möchten Ihre Rechte kennen? Haben Sie eine Stelle in einem Zeitarbeitsunternehmen gefunden und möchten mehr über diese Unternehmensform erfahren?

Das Projekt „Faire Integration“ des Flüchtlingsrates, M-V e.V. Ein Online-Workshop im September mit dem Titel „Die Arbeitswelt in Deutschland“ gibt Antworten auf alle diese Fragen.

 

Anmeldung ab sofort an Khaled Al Bitar: kb-iq@fluechtlingsrat-mv.de

Die Veranstaltung ist kostenlos.

Den Link zum Online-Workshop erhalten Sie nach der Anmeldung.

 

Referent:

Khaled Al Bitar (Projektleiter; Faire Integration)

Faire Integration, Flüchtlingsrat M-V e.V., Telefon: 0385 55575140

Pressemitteilung

Herbstkonferenz der Landesflüchtlingsräte und Pro Asyl:

Aufnahme, Familiennachzug und Bleiberecht für Afghan:innen gefordert

Die Organisationen protestieren gegen die Zustimmungsverweigerung des Bundesinnenministers zum Thüringischen Landesaufnahmeprogramm

Auf ihrer diesjährigen virtuellen Herbstkonferenz haben sich die Flüchtlingsräte der Bundesländer und PRO ASYL mit Flüchtenden und Geflüchteten aus Afghanistan solidarisiert. Neben der Aufnahme der so genannten Ortskräfte fordern die Flüchtlingsorganisationen einen unbürokratischen Familiennachzug und ein großzügiges Bleiberecht für die bereits in Deutschland lebenden Afghan:innen.

Mit Entsetzen nehmen die Flüchtlingsräte angesichts der Verfolgungsgewalt und des Flüchtlingselends in Afghanistan die Zustimmungsverweigerung des BMI zu dem in Thüringen geplanten Landesaufnahmeprogramm zur Kenntnis.

„Nach Mecklenburg-Vorpommern sind aus dem Kreis der jüngst evakuierten Ortskräfte gerade einmal zehn Personen nach Mecklenburg-Vorpommern verteilt worden. Wir können mehr!“, meint Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern.


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Pressemitteilung
27.08.2021

 

Dokumentarisches Theater – Buch/Regie: Michael Ruf

 

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 unter dem Motto #offengeht findet die Veranstaltungsreihe mit dem Theaterstück „Die Mittelmeer-Monologe“ an 6 Orten in Mecklenburg-Vorpommern vom 22. September bis 2. Oktober 2021 statt.

Das dokumentarische Theater „Die Mittelmeer-Monologe“, Buch und Regie von Michael Ruf (Berlin), erzählt von der politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und von Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen ‚Küstenwachen‘ und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen.

Die Aktivist*innen versuchen, beim Alarmphone die Küstenwachen zu überzeugen, nach Menschen in Seenot zu suchen, oder sie lernen auf dem Seenotrettungsschiff Seawatch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren – kurzum sie tun das eigentlich Selbstverständlichste, was im Jahr 2021 alles andere als selbstverständlich ist: menschliches Leben zu retten!


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