Corona

Seit dem 2. Juli gelten keine Corona-Einreiseverbote mehr für Personen, die zum Zweck des Familiennachzugs nach Deutschland einreisen wollen. Doch die meisten Visa sind inzwischen abgelaufen – und das Auswärtige Amt (AA) legt den Betroffenen bei der »Neuvisierung« Steine in den Weg. Mehr Informationen: Pro Asyl

PRO ASYL, Landesflüchtlingsräte und Jugendliche ohne Grenzen fordern anlässlich der Innenministerkonferenz ein bundesweites Abschiebungsmoratorium während der COVID-19-Pandemie – Abschiebungen sind in einer solchen Zeit nicht zu verantworten! In vielen Zielstaaten ändert sich die Lage aufgrund der Pandemie drastisch.  Dublin-Abschiebungen dürfen auch weiterhin nicht durchgeführt werden.

Zur Notwendigkeit der Verlängerung des Abschiebungsstopps nach Syrien haben die Organisationen bereits am Freitag eine Presseerklärung veröffentlicht.

Keine Dublin-Abschiebungen!

Mit der Aufhebung der Reisewarnung für EU-Staaten ab dem 15. Juni ist davon auszugehen, dass auch innereuropäische Abschiebungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung wieder vollzogen werden sollen. Aber als deutscher Tourist in ein italienisches Hotel einzuchecken ist eben nicht das gleiche, wie als Asylsuchender in die dortigen prekären Verhältnisse geschickt zu werden.

In Italien gab es schon vor Corona gravierende Mängel bei den Aufnahmebedingungen, vielen zurückgeschickten Asylsuchenden droht die Obdachlosigkeit (siehe Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom Januar 2020). Es ist zu befürchten, dass die Auswirkungen der in Italien besonders massiven Corona-Krise auf die Aufnahmebedingungen verheerend sind. Rund ein Drittel aller deutschen Dublin-Überstellungen gehen nach Italien. Die Bundesregierung sollte auch weiterhin keine Dublin-Überstellungen durchführen!


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Flüchtlingsräte und ARD veröffentlichen Hinweise zum Seuchenschutz in Geflüchtetenlagern

Eindeutig, unmissverständlich – so gestalten sich die Empfelungen des Robert-Koch-Instituts zur Prävention von Covid-19-Erkrankungen in Lagern und zum Management, wenn das Virus doch auftritt. Transfers von Risikogruppen aber auch W-LAN in allen Unterkünften gehören dazu. Umgesetzt ist davon bisher wenig. Die entspanntere, pandemische Lage sollte genutzt werden, um die Empfehlungen umzusetzen – nun, wo sie öffentlich sind. Fraglich bleibt, warum das erst durch NGOs und Medien geschehen musste.

„Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung werden frühzeitig identifiziert und präventiv mit ihren Familienangehörigen für die Dauer der gesamten Pandemie in einer gesonderten und geeigneten Unterkunft untergebracht, in der Kontaktreduktion und Selbstisolation möglich ist und für den täglichen Bedarf gesorgt werden kann.“ Die Maximalforderung nach einem Auflösen der Lager – soweit geht das Robert-Koch-Institut nicht in seinen Empfehlungen.

Heute veröffentlichte der Niedersächsische Flüchtlingsrat die „Hinweise zur Prävention und Management von Covid-19-Erkrankungen in Gemeinschaftsunterkünften“, bereits gestern berichtete die Tagesschau über das Papier.


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Pressemitteilung

Schwerin, 29.05.2020

  • Virtueller Workshop über Zugänge zu Corona-Wirtschaftshilfen für kleine und mittlere migrantische Unternehmen
  • IQ Projekt „Regionales Fachkräftenetzwerk/ Arbeitgeber-Hotline“ bietet einen Überblick über Hilfsmaßnahmen in M-V
  • Isabell Sadowsky referiert über interkulturelle Unterschiede in der Bürokratie, den Umgang mit der Angst und das Annehmen von Hilfen

Während der Corona-Krise haben viele Unternehmen Hilfsmaßnahmen beantragt. Doch für nicht wenige ist gerade die Beantragung der Hilfsmaßnahmen eine große Hürde. Das IQ Netzwerk konnte Isabell Sadowsky, Personalberaterin und Coach aus Hamburg, für einen virtuellen Workshop am 9. Juni um 10 Uhr gewinnen.

Für viele durch die Corona Krise betroffene Unternehmen gibt es verschiedene Hürden bei den Zugängen zu Corona Wirtschaftshilfen zu überwinden. Seien es kulturelle Unterschiede in der Bürokratie, den Umgang mit Hilfe oder Angst. Der Workshop vermittelt ein holistisches Verständnis für verschiedene kulturelle Ansätze und gibt praktische Tipps für den Alltag.

Isabell Sadowsky ist studierte Ethnologin M.A. und arbeitet als Personalberaterin und Coach in Hamburg. Als Absolventin der Universität Hamburg forschte sie zu Führungsstrategien von Market Queens in Ghana, also Frauen, die den Markt organisieren und wie sie zu dieser Führungsposition gelangt sind. Heute berät sie Unternehmer*innen respektive Unternehmen zur Besetzung von Führungspositionen im oberen und mittleren Management. Nebenbei produziert und moderiert sie eine Sendung bei dem öffentlich-rechtlichen Sender Tide in Hamburg.

Das Projekt Regionales Fachkräftenetzwerk / Arbeitgeber-Hotline berät zu Förderinstrumenten des Bundes und des Landes M-V zur Überwindung der Corona-Krise, zu Soforthilfen für (Solo-) Selbstständige, Kleinst- und Kleinunternehmen und Freiberufler*innen sowie zu Hilfen für ihre Mitarbeitenden.

„Mit der Veranstaltung wollen wir nicht nur über das Thema Corona-Wirtschaftshilfe informieren, sondern auch Unternehmen und allen Interessierten einen ganz besonderen Zugang zum Thema ermöglichen. Wir freuen uns mit Isabell Sadowsky einen ganz besonderen Gast für unsere Veranstaltung gewonnen zu haben. Corona ist eine Herausforderung für uns alle, aber nicht alle haben die gleichen Möglichkeiten, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen“ so Carmen Ziegler für das Regionale Fachkräftenetzwerk/ Arbeitgeber-Hotline, das beim Flüchtlingsrat M-V angesiedelt ist.

Veranstaltungen des IQ-Netzwerks sind grundsätzlich kostenlos.

Den Link zu Veranstaltung erhalten Teilnehmer*innen nach der Anmeldung.

 

Regionales Fachkräftenetzwerk/
Arbeitgeber-Hotline

Carmen Ziegler

Telefon: 0385 55575140

E-Mail: iq@fluechtlingsrat-mv.de

Wir haben bei betterplace.org neue Bedarfe für unseren Willkommen!-Fonds eingestellt. Aktuell sammeln wir u.a. für die Herstellung und Verteilung von Masken durch Geflüchtete an Geflüchtete. Zwei Initiativen konnten wir schon an drei Orten unterstützen: Norstorf-Horst, Rostock und Stralsund.

 

Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz (Link zum Mitschnitt) wurde heute folgendes veröffentlicht und erläutert:

Pressemitteilung

11.05.2020

Online-Pressekonferenz

Die Landesflüchtlingsräte, PRO ASYL und die Seebrücken-Bewegung legten heute, um 10 Uhr in einer Pressekonferenz dar, dass es gerade jetzt gilt, niemanden zurückzulassen und Lager zu schließen – ob in Moria oder Halberstadt. Vertreter*innen der Organisationen berichteten von Problemlagen, Maßnahmen und Perspektiven.

Während Menschen weltweit mit den Maßnahmen durch die Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, sind besonders jene, die erzwungenermaßen in Campstrukturen untergebracht sind, enormen Gefahren ausgesetzt. Schutzsuchende leben teils zu tausenden in Lagern, in denen Infektionsschutz und persönliche Bedarfsdeckung zwangsläufig nicht möglich sind. Mit Blick auf die Elendslager in Moria auf Lesvos oder weiteren Inseln, auf das Leid der Menschen in den Folterlagern Libyens, dem Schicksal der Menschen auf der Balkanroute und auch in Massenunterkünften in Deutschland lässt sich feststellen: Schutzsuchende werden dem Virus schutzlos ausgesetzt oder mit freiheitsentziehenden Maßnahmen belegt.


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Am Donnerstag, dem 07. Mai, um 11:30 Uhr, sind migrantische Arbeitnehmer*innen eingeladen, ihre Fragen zu aktuellen Themen wie Kurzarbeitergeld, Krankheit und Kündigung zu stellen.

Die Veranstaltung wird von Jacob Bobzin und Anas Obeid vom IQ Teilprojekt Faire Integration durchgeführt. Eine Übersetzung ins Arabische ist möglich.

Wir freuen uns über Anmeldungen.
Die Zugangsdaten zum virtuellen Raum gibt es nach der Anmeldung bei Jacob Bobzin: Tel. 0385 – 581 57 90 | Fax 0385 – 5 81 57 91 | Email: jb-iq[at]fluechtlingsrat-mv.de

Einladungsflyer und weitere Informationen:  IQ Faire Integration Coronahilfe

Bei Thieme ist ein wissenschaftlicher Artikel zu Covid-19 im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsunterbringung Geflüchteter erschienen.

Autor*innen von der AG Epidemiologie & International Public Health, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld und AG Bevölkerungsmedizin und Versorgungsforschung, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld

Zusammenfassung
Die Covid-19-Pandemie stellt für das Management von Sammelunterkünften für Geflüchtete eine große Herausforderung dar. Social Distancing und Hygienemaßnahmen sind aufgrund der oft dichten Belegung nur unzureichend umsetzbar. Eine adäquate Informationspolitik sowie ein rasches, effizientes Management von vermuteten sowie bestätigten Fällen von Covid-19 sind essenziell. Eine Evidenzbasis für Maßnahmen fehlt aber weitgehend. Neben teilweise bereits umgesetzten Lösungen
wie Isolationsbereiche oder Clusterquarantäne sollten auch Pläne zur Evakuierung dicht belegter Unterkünfte erwogen werden. Dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) kommt im Rahmen der Covid-19-Pandemie eine zentrale Rolle zu. Um einerseits Routineaufgaben des Infektionsschutzes
wahrnehmen zu können, andererseits ein effizientes gesundheitliches Management von Flüchtlingsunterkünften zu unterstützen, sollte der ÖGD dringend personell wie materiell gestärkt
werden. Wege für einen schnellen, Bundesländer übergreifenden Austausch von Best-Practice-Beispielen zu Covid-19-Maßnahmen, sowie Kapazitäten und kollaborative Strukturen innerhalb des ÖGD für operative Begleitforschung wären wichtig. Geflüchtete, ihre Unterbringungssituation sowie
ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung sollten adäquat in die Pandemieplanung einbezogen werden. Nur ein integratives Gesundheitssystem kann regionale und internationale Zielstellungen zur Kontrolle von Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten erreichen.

Ein wichtiger Satz aus dem Fazit:
Vor diesem Hintergrund ist zu erwägen, die Einschränkungen des §4 Asylbewerberleistungsgesetzes nochmals kritisch zu prüfen und die flächendeckende Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte gemäß den GKV-Leistungen zu erwägen.

Zum Artikel: Download als PDF

Wir laden ein:

Am Donnerstag, dem 30. April, um 11:30 Uhr sind migrantische Solo-Selbstständige, Freiberufler*innen und Inhabende kleiner Betriebe eingeladen, sich über  Corona Hilfsmaßnahmen und Förderinstrumente zu informieren und auszutauschen.

Zu Gast wird der Rostocker Rechtsanwalt Ron Westenberger sein.

Mehr Informationen in der Einladung: IQ_KMU Hilfe Corona

Wir freuen uns über Anmeldungen bei Carmen Ziegler: iq[at]fluechtlingsrat-mv.de.

Die Zugangsdaten zum virtuellen Raum gibt es nach der Anmeldung.

SVZ, 22.04.2020

Das ist ein allgemeines Problem finanziell* schwacher Familien, das Geflüchtete oder andere Ausländer stärker trifft, weil in Gemeinschaftsunterkünften besonders beengte Wohnverhältnisse und auch Sprachbarrieren dazukommen. In manchen Unterbringungssituationen gibt es kein W-Lan.

Das Problem besteht bundesweit; es ist ein strukturelles Problem mit sehr individuellen Ausprägungen, denn hier sind Individuen unterwegs. Manche Lehrer*innen reißen sich förmlich Beine aus, manche Schulen sind besser ausgestattet als andere, manche haben Einzugsgebiete, bei denen praktisch alle mit Technik und Technologien überversorgt sind.

Im Zuge der Digitalisierung muss man fordern, dass die technische Ausstattung zur Lernmittelfreiheit dazugehört. Das gleiche Recht auf Bildung haben alle Menschen.

 

*(sozial schwach sind andere …)

 

Wir bedanken uns bei allen, die beharrlich Menschen unterstützen und auch an die Öffentlichkeit gehen, wenn es Probleme gibt, wie hier Frau Fischer.

Wir sind auch sehr gespannt, wie es weitergeht. In Corona-Zeiten ist das nicht vorherzusagen. Es steht zu fürchten, dass eine größere Diskussion beendet ist, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat, wenn alles wieder wie vorher ist.