Seenotrettung

Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz (Link zum Mitschnitt) wurde heute folgendes veröffentlicht und erläutert:

Pressemitteilung

11.05.2020

Online-Pressekonferenz

Die Landesflüchtlingsräte, PRO ASYL und die Seebrücken-Bewegung legten heute, um 10 Uhr in einer Pressekonferenz dar, dass es gerade jetzt gilt, niemanden zurückzulassen und Lager zu schließen – ob in Moria oder Halberstadt. Vertreter*innen der Organisationen berichteten von Problemlagen, Maßnahmen und Perspektiven.

Während Menschen weltweit mit den Maßnahmen durch die Covid-19-Pandemie zu kämpfen haben, sind besonders jene, die erzwungenermaßen in Campstrukturen untergebracht sind, enormen Gefahren ausgesetzt. Schutzsuchende leben teils zu tausenden in Lagern, in denen Infektionsschutz und persönliche Bedarfsdeckung zwangsläufig nicht möglich sind. Mit Blick auf die Elendslager in Moria auf Lesvos oder weiteren Inseln, auf das Leid der Menschen in den Folterlagern Libyens, dem Schicksal der Menschen auf der Balkanroute und auch in Massenunterkünften in Deutschland lässt sich feststellen: Schutzsuchende werden dem Virus schutzlos ausgesetzt oder mit freiheitsentziehenden Maßnahmen belegt.


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Am 08. Februar ruft die SEEBRÜCKE deutschlandweit zu einem dezentralen Aktionstag auf.

z.B. Rostock, Gertrudenplatz, 11:00 – 12:00 Uhr

Dutzende Kommunen und Bundesländer in ganz Deutschland fordern aktuell die Bundesregierung auf, unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Lagern nach Deutschland zu evakuieren – und signalisieren ihre Bereitschaft, sie in ihren Städten aufzunehmen. Doch Innenminister Seehofer verweigert nach wie vor jedes Einschreiten der Bundesregierung.

Um die Bundesregierung zum Handeln zu zwingen, ruft die SEEBRÜCKE am 8. Februar unter dem Slogan #WirHabenPlatz zu einem dezentralen Aktionstag auf. Gemeinsam fordern wir die sofortige Evakuierung der Kindern und Jugendlichen aus den griechischen Lagern in die aufnahmebereiten Städte und Länder.

Am Aktionstag werden zahlreiche Lokalgruppen der SEEBRÜCKE vor den Büros der Bundestagsabgeordneten von CDU, CSU und SPD protestieren und ihre MdBs auffordern, den Innenminister zum Handeln zu zwingen. Wir wollen sie mit offenen Briefen in Lokalzeitungen addressieren, E-Mail- und Postkartenaktionen durchführen, sowie einen gemeinsamen Tweetstorm einsetzen. Mit Videobotschaften von Vertreter*innen der aufnahmebereitschaften Städte werden wir unterstreichen: Wir haben Platz- die Untätigkeit der Bundesregierung ist ein Skandal!

Damit der Aktionstag so erfolgreich wie möglich wird, brauchen wir Euch. Bitte helft uns bei der Mobilisierung, indem Ihr über Eure Kanäle mit zu Aktionen am 08.Februar aufruft und mobilisiert, oder Euch gegebenenfalls selbst mit Aktionen am 8. Februar einbringt.

Wir werden den Tag mit aktiver Medienarbeit begleiten, um Druck auf das Innenministerium und die Bundesregierung auszuüben, endlich eine schnelle humanitäre Lösung durch direkte Evakuierungen durchzuführen. Wir freuen uns, wenn auch ihr über die Aktionen berichtet und dazu den Kampagnen-Hashtag #WirHabenPlatz nutzt.

Wir sind uns sicher: Gemeinsam können wir genug Kraft aufbringen, um die Bundesregierung zum Handeln zu bewegen.

Weitere Infos finden Sie hier: https://seebruecke.org/aktionstag-08-februar-2020/

„Lebensrettung ist kein Verbrechen, sondern Christenpflicht. Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“  Pastorin Sandra Bils, Kirchentag Dortmund 2019 – #wirschickeneinschiff

Geschichten statt Schokolade

Pastorin Dietlind Jochims

Willkommen zum Seenotrettungs-Adventskalender! Bis Weihnachten möchte er Sie begleiten, nachdenklich machen und ermutigen mit Geschichten um das Thema Flucht und Seenotrettung. Jedes der 24 Kalendertürchen öffnet eine Geschichte. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven von Überlebenden, Kirchenmenschen, Seenotrettern oder Unterstützenden.

Samson, Bernd, Yusra oder Sharif — die meisten Menschen aus den Adventskalendergeschichten leben mit uns in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sie berichten sehr persönlich: Von ihrer Flucht, ihrer Hoffnung und ihrer Angst, von schwierigen Entscheidungen, Lebenswillen und besonderen Begegnungen. Manche der Geschichten haben ein Happy End, andere ringen um Worte und Verstehen. Einige lassen uns als Leser*innen traurig und wütend zurück.

Mehr zum Kalender und von der Stellungnahme von Dietlind Jochims finden sich hier.

 

Immer noch ertrinken Menschen im Mittelmeer– und wenn sie von privaten Seenotretter*innen davor bewahrt werden, wiederholt sich das gleiche unwürdige Schauspiel: Die Schiffe kreuzen wochenlang auf dem Meer, bis die EU-Staaten sich zu einer Lösung durchringen. Es muss endlich eine europäische Initiative zur Rettung & Aufnahme von Flüchtlingen geben!

Wir unterstützen die aktuelle Kampagne von Pro Asyl:

https://www.proasyl.de/…/was-unternommen-werden-muss-um-da…/

Freiheit für Frau Rackete – #FreeCarola

Wir fordern die Freiheit für Frau Rackete, Kapitänin der Sea Watch 3, die letzte Nacht nach einer tagelangen Odyssee 40 Flüchtlinge in sichere Gefilde nach Italien (Lampedusa) gebracht hat. Diese wurden vor dem Ertrinken auf dem offenen Mittelmeer gerettet und konnten ewig nicht in Sicherheit gebracht werden, da sich mit Italien ein Mitglied der EU offen gegen Menschenrechte gestellt hat und das Einlaufen in den Hafen unter Strafe gestellt hat.

Mit dem Anlaufen erfolgte eine Festnahme der Kapitänin, es droht die Inhaftierung der übrigen Besatzung und die Beschlagnahme des Schiffs. Und das alles nur, weil 40 Menschen sonst ertrunken wären.

Italien als Mitglied der EU hat die Menschenrechte einzuhalten, zumal genügend Stellen in Europa die Bereitschaft zur Aufnahme der Flüchtlinge erklärt haben.

Hier gilt es, als Regierung der BRD entschieden dagegen zu halten. Dies fordern wir.

Zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/freiheit-fuer-frau-rackete-freecarola

Über 100.000 Menschen unterstützen bereits die Petition.

 

 

 

 

 

 

Auch der Flüchtlingsrat
Mecklenburg-Vorpommern ist dabei.
Wir können das Sterben im Mittelmeer und die katastrophale Lage in den Lagern in Libyen nicht ertragen.
Wir begrüßen das breite zivilgesellschaftliche Engagement.

Foto: Gerd Altmann | Pixabay

 

03.04.2019

Pressemitteilung von Pro Asyl

Offener Brief mit drei konkreten Forderungen aus der Zivilgesellschaft

Angesichts des Sterbens auf dem Mittelmeer und der katastrophalen Lage in Libyen wenden sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin. PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen (MSF), Amnesty International, Sea-Watch, SOS Mediterranee, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätische, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die vielen weiteren unterzeichnenden Organisationen kritisieren: »Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.«

Eine völkerrechtsbasierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer muss sichergestellt werden. Die EU hat sich verpflichtet, Schutzsuchenden Zugang zu einem fairen Asylverfahren zu gewähren. Es ist ein Skandal, dass zivile Helfer*innen kriminalisiert werden, die der unterlassenen Hilfeleistung der europäischen Staaten nicht weiter zusehen wollen.

Das Bündnis, darunter Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, Seenotrettungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Jugendverbände, fordert eine Neuausrichtung der deutschen und europäischen Politik:

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