Pressemitteilung
27.08.2021

 

Dokumentarisches Theater – Buch/Regie: Michael Ruf

 

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 unter dem Motto #offengeht findet die Veranstaltungsreihe mit dem Theaterstück „Die Mittelmeer-Monologe“ an 6 Orten in Mecklenburg-Vorpommern vom 22. September bis 2. Oktober 2021 statt.

Das dokumentarische Theater „Die Mittelmeer-Monologe“, Buch und Regie von Michael Ruf (Berlin), erzählt von der politisch widerständigen Naomie aus Kamerun und von Yassin aus Libyen, die sich auf einem Boot nach Europa wiederfinden, von brutalen ‚Küstenwachen‘ und zweifelhaften Seenotrettungsstellen und von Aktivist*innen, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen.

Die Aktivist*innen versuchen, beim Alarmphone die Küstenwachen zu überzeugen, nach Menschen in Seenot zu suchen, oder sie lernen auf dem Seenotrettungsschiff Seawatch, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren – kurzum sie tun das eigentlich Selbstverständlichste, was im Jahr 2021 alles andere als selbstverständlich ist: menschliches Leben zu retten!

„Die Mittelmeer-Monologe“, das ist dokumentarisches, wortgetreues Theater, basierend auf mehrstündigen Interviews. Dadurch werden reale Fälle der Seenotrettung rekonstruiert, erzählt aus der Perspektive von Betroffenen und Aktivist*innen.

(Mehr Informationen zu den Mittelmeer-Monologen finden Sie hier: http://www.wort-und-herzschlag.de/#mittelmeer-monologe.)

Seit Jahren steigen die Zahlen der Geflüchteten , weltweit sind es nach Angaben des UNHCR mittlerweile über 80 Millionen, die meisten innerhalb des eigenen Landes, und viele in Lagern in Nachbarländern der Krisenherde. Europa hat sich zur Festung ausgebaut und nimmt kaum noch Menschen auf.

„Die EU hätte die Mittel und die Möglichkeiten, die Flüchtlinge zu retten, die zum Beispiel, der Hölle von Syrien oder Libyen entkommen sind. Aber man lässt sie im Mittelmeer ertrinken. Der Tod der Flüchtlinge ist Teil der europäischen Abschreckungsstrategie. Europa schützt sich vor den Flüchtlingen mit toten Flüchtlingen.“ (Heribert Prantl, 20.6.21)

Initiiert und koordiniert werden die Theaterabende vom Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit und veranstaltet werden sie durch die vielen lokalen Partner:innen vor Ort in Anklam, in Demmin, in Greifswald, in Grevesmühlen, in Güstrow und in Neustrelitz (Alphabetische Reihenfolge). Der Flüchtlingsrat M-V e.V., das Diakonische Werk MV e.V. und die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern unterstützen diese Veranstaltungsreihe.

 

Die Daten im Einzelnen:

22.09.2021, 11:00 Uhr und 13:30 Uhr:
In Anklam finden zwei 2 Schulveranstaltungen statt.

23.09.2021, 16:30 Uhr:
Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Interkulturellen Woche in Greifswald in der STRAZE, Stralsunder Str. 10/11, 17489 Greifswald, gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

24.09.2021, 19:00 Uhr:
Lübecker Speicher, Am Bollwerk 5, 17109 Demmin in Kooperation mit Demminer Bürger e.V.

30.09.2021, 19:00 Uhr:
Dom zu Güstrow

01.10.2021, 19:00 Uhr:
Am Tag des Flüchtlings in der Interkulturellen Woche im Bürgerbahnhof Grevesmühlen, Am Bahnhof 1,  23936 Grevesmühlen

02.10.2021, 19:00 Uhr:
Alte Kachelofenfabrik, Sandberg 3a, 17235 Neustrelitz

 

Im Anschluss finden Gespräche mit dem Publikum statt.

Der Eintritt ist frei, vor Ort wird jeweils eine Spende für Flüchtlingshilfe oder Seenotrettung erbeten.

Die Veranstaltungen werden v.a. gefördert von der Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, dem Kirchenkreis Mecklenburg, dem Flüchtlingsrat M-V e.V. und von vielen lokalen Unterstützer*innen.

Pressestimmen:

„Die Monologe berühren, schaffen Nähe, machen wütend und benennen Wege, um sich persönlich zu engagieren. (…) Sie widersetzen sich der Entmenschlichung der Tragödie. (…) Im Mittelpunkt stellen sie die Geschichten der Betroffenen.“ | die tageszeitung, taz

 

Wirkmächtig ist, was Naomie, Joe, Selma und Yassin erzählen. Von Menschen, die vor ihren Augen lautlos ertrinken. Von traumatischen Erlebnissen, die in ihren Träumen wiederkehren. Von der Angst vor fatalen Entscheidungen. | Berliner Morgenpost

 

Das Theaterstück findet weit über den europäischen Kontext hinaus Anklang. Es rekonstruiert reale Fälle von Seenotrettung aus der Perspektive sowohl von Flüchtlingen als auch von Aktivisten. | The Brooklyn Rail

 

Die Tragik kommt schleichend daher, bevor sie mit voller Vehemenz zuschlägt. Wahre Geschichten voller Leid, Tod, aber auch Hoffnung. Ein kraftvolles, berührendes Stück Theater. | Göttinger Tageblatt