Grenzen

Pressemitteilung

10.02.2022

Heute beginnt am Amtsgericht Pasewalk ein Prozeess gegen zwei mutmaßliche Schleuser*innen, die 15 Iraker*innen, darunter Kinder, unter unwürdigen und gefährlichen Bedingungen nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht haben sollen.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. kommentiert die schrecklichen Verhältnisse von Schleusung, aber auch an den Außengrenzen Europas mit für tausende Menschen katastrophalen Zuständen in Lagern, mit gewaltsamen Zurückweisungen, mit Tod in der Kälte oder mit Ertrinkenden im Mittelmeer als Folge der Festung Europa. Diese ist die Förderung krimineller oder gewerblicher „Geschäftsmodelle“ von Menschenhandel und Schleusung. Gäbe es grundsätzlich mehr Möglichkeiten Grenzen legal zu überwinden, sei es zur Familienzusammenführung, sei es zur Arbeitsmigration oder aber auch zum Schutz vor Krieg, Bürgerkrieg, Gewalt und Tod, dann gäbe es im Übrigen – siehe Belarus – auch das politische Erpressungspotenzial, das Menschen wie Gegenstände behandelt, nicht.

Zum Sonnabend, 07. März 2020, ruft der Verein Rostock hilft zu einer Demonstration gegen die Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge der Europäischen Union um 15:00 Uhr am Doberaner Platz auf:

„Wir fordern die sofortige Öffnung der griechischen und der bulgarischen Grenze und die Einrichtung sicherer Fluchtrouten nach Europa“ sagt Mohamad Katrib von Rostock hilft. „Wegen der Eskalation der jüngsten Ereignisse in Idlib werden die Menschen dort zur Flucht in die Türkei gezwungen. In der Türkei leben seit Jahren Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern unter schlechten Bedingungen.“

Seit einer Woche verschärft sich die Situation an der europäischen Grenze. Die türkische Regierung hält die Asylsuchenden nicht mehr auf, während die Europäische Union ihre Grenzen immer stärker abschottet.

„Warum wurde vor Fünf Jahren nicht auf mich geschossen?“ Fragt Katrib der selbst 2015 nach Deutschland gekommen ist. „Wir müssen das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft von vor 5 Jahren wiederfinden. Wir sind alle Menschen.“