Lager

Pressemitteilung

10.02.2022

Heute beginnt am Amtsgericht Pasewalk ein Prozeess gegen zwei mutmaßliche Schleuser*innen, die 15 Iraker*innen, darunter Kinder, unter unwürdigen und gefährlichen Bedingungen nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht haben sollen.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. kommentiert die schrecklichen Verhältnisse von Schleusung, aber auch an den Außengrenzen Europas mit für tausende Menschen katastrophalen Zuständen in Lagern, mit gewaltsamen Zurückweisungen, mit Tod in der Kälte oder mit Ertrinkenden im Mittelmeer als Folge der Festung Europa. Diese ist die Förderung krimineller oder gewerblicher „Geschäftsmodelle“ von Menschenhandel und Schleusung. Gäbe es grundsätzlich mehr Möglichkeiten Grenzen legal zu überwinden, sei es zur Familienzusammenführung, sei es zur Arbeitsmigration oder aber auch zum Schutz vor Krieg, Bürgerkrieg, Gewalt und Tod, dann gäbe es im Übrigen – siehe Belarus – auch das politische Erpressungspotenzial, das Menschen wie Gegenstände behandelt, nicht.

 

 

 

 

Auch der Flüchtlingsrat
Mecklenburg-Vorpommern ist dabei.
Wir können das Sterben im Mittelmeer und die katastrophale Lage in den Lagern in Libyen nicht ertragen.
Wir begrüßen das breite zivilgesellschaftliche Engagement.

Foto: Gerd Altmann | Pixabay

 

03.04.2019

Pressemitteilung von Pro Asyl

Offener Brief mit drei konkreten Forderungen aus der Zivilgesellschaft

Angesichts des Sterbens auf dem Mittelmeer und der katastrophalen Lage in Libyen wenden sich mehr als 250 zivilgesellschaftliche Organisationen in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin. PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen (MSF), Amnesty International, Sea-Watch, SOS Mediterranee, Seebrücke, Diakonie, Caritas, der Paritätische, Brot für die Welt, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die vielen weiteren unterzeichnenden Organisationen kritisieren: »Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.«

Eine völkerrechtsbasierte Seenotrettung auf dem Mittelmeer muss sichergestellt werden. Die EU hat sich verpflichtet, Schutzsuchenden Zugang zu einem fairen Asylverfahren zu gewähren. Es ist ein Skandal, dass zivile Helfer*innen kriminalisiert werden, die der unterlassenen Hilfeleistung der europäischen Staaten nicht weiter zusehen wollen.

Das Bündnis, darunter Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, Seenotrettungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften und Jugendverbände, fordert eine Neuausrichtung der deutschen und europäischen Politik:

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