Arbeitsmarkt

Pressemitteilung

29.11.2018

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern übt heftige Kritik am vom Bundesinnenministerium vorgelegten Referent*innen-Entwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG), da er die im Oktober von der Bundesregierung im „Eckpunktepapier zur Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten“ formulierten Ziele verfehlt. Darin war u.a. das Ziel erklärt worden, „die inländischen Potenziale zu heben und zu sichern“. Das Eckpunktepapier führte dabei ausdrücklich auch „Personen mit Fluchthintergrund“ auf.  Zudem sollte die bundeseinheitliche Umsetzung der sog. „3+2-Regelung“, also der Möglichkeit für ausreisepflichtige Geflüchtete über die Ausbildung ein Bleiberecht zu erlangen, verwirklicht und die Einbeziehung von Helfer*innen-Ausbildungen in diese Reglung umgesetzt werden.

Die im Referentenentwurf der Bundesregierung vom 26.11.2018 vorgeschlagenen rechtlichen Regelungen konterkarieren alle Bemühungen, Rechtssicherheit für geduldete Ausländer*innen herzustellen. Der Ausreisedruck auf diese Menschen wird erhöht und der Arbeitsmarkt für diesen Personenkreis versperrt. Statt „inländische Potenziale zu heben“ sieht der nun vorgelegte Referentenentwurf für Geflüchtete zahlreiche Verschärfungen vor.  Gemeinsam mit vielen anderen Verbänden legt er eine Stellungnahme vor.

Nach Auffassung des Flüchtlingsrats wird mit den geplanten gesetzlichen Änderungen weder Rechtssicherheit noch Klarheit geschaffen. Anstelle einer notwendigen Aufenthaltserlaubnis bleibt es lediglich bei einer Duldung für ausreisepflichtige Menschen in Ausbildung.

Auch wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, soll der Anspruch auf die Ausbildung nicht mehr uneingeschränkt bestehen. Der Willkür sind damit aus Sicht des Flüchtlingsrats M-V und vieler anderer Verbände Tür und Tor geöffnet. Unbegleitete minderjährige Jugendliche aus sog. „sicheren Herkunftsstaaten“ sollen selbst dann einem kategorischen Beschäftigungsverbot unterliegen, wenn sie nie einen Asylantrag gestellt oder den Antrag vor der Entscheidung zurückgenommen haben.
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Foto: Ökohaus e.V. | Die Ökovilla Rostock vom Rosengarten aus gesehen.

 

Wir laden zu einem Seminar ein. Es wird am Mittwoch, dem 19.09.2018, von 10:00 – 16:00 Uhr in Rostock stattfinden. Mehr Informationen zu Anmeldung, Kosten und Ablauf finden sich im Flyer zum Download.

Das Seminar bietet Informationen über den Ablauf eines Asylverfahrens, den Zugang zu Sprache, Bildung, Ausbildung und Arbeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Verfahrens bzw. abhängig vom Aufenthaltsstatus. Es thematisiert gesellschaftliche Teilhabe, individuelle und strukturelle Hürden im Integrationsprozess.

Dieses Einsteigerseminar richtet sich an Menschen, die in ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit noch nicht so lange Geflüchtete betreuen, beraten oder begleiten, an Mitarbeitende von Jugend- oder Sozialämtern, an Ausländerbehörden, Integrationsbeauftragte, an Menschen, die politisch tätig sind, sowie an alle neu Interessierten.

Gerne bereiten wir auch spezielle Fragen oder Fälle auf. Wir bitten dazu um Übermittlung der Fragestellung mit der Anmeldung. Die verbindliche Anmeldung erbitten wir
per Tel. 0385 – 581 57 90, per Fax 0385 – 581 57 91 oder per Email an hp[at]fluechtlingsrat-mv.de  bis zum 17.09.2018.

Der Tagungsort.

 

 

 

  • Welche Aufenthalte gibt es?
  • Habe ich Arbeitsmarktzugang?
  • Was darf ich mit welchem Aufenthalt?
  • Welche Sozialleistungen bekomme ich?

Die Arbeitshilfe des Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge – NAFplus ist wieder da. Die VSP gGmbH hat sie aktualisiert.

 

Der aktuell sehr problematisierende und ausgrenzende gesellschaftliche Diskurs über Geflüchtete benötigt dringend Nachrichten über gelungene Integration. Deswegen veröffentlichen wir hier gerne eine Meldung der Hansestadt Stralsund:

„Die Integration von geflüchteten Menschen braucht Zeit – gerade im Bereich der beruflichen Integration“, sagt Anja Schmuck, in Stralsund die Beauftragte für Migration und Integration. Bei einigen dauert es Jahre, bis sie in Deutschland Fuß gefasst haben und einer geregelten Arbeit nachgehen können. Bei anderen geht es jedoch schneller.
Drei Beispiele von ausländischen Arbeitnehmern in Stralsunder Betrieben zeigen, was möglich ist.


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01.06.2018

Pressemitteilung

„Wir haben uns sehr gefreut, als wir die Nachricht erhalten haben, dass eines unserer Projekte als ein Good Practice Beispiel ausgewählt geworden ist“ sagt die Vorsitzende des Flüchtlingsrates M-V e.V., Ulrike Seemann-Katz. „Besonders gefreut hat uns, dass dies die erste Auszeichnung eines IQ-Teilprojektes in M-V überhaupt ist.“

Die Beratungshotline für Arbeitgeber ist ein Teilprojekt des IQ Netzwerkes Mecklenburg-Vorpommern, Träger ist der Flüchtlingsrat M-V e.V. Mit dem Format „IQ Good Practice“ sollen Leuchttürme der Projektarbeit sichtbar gemacht werden, die besonders innovativ, transferfähig, effizient und nachhaltig sind.

Bei der Hotline können sich Arbeitgeber schnell und unkompliziert über Einstellungsmöglichkeiten von Flüchtlingen beraten lassen. „Viele Fragen umfassen die Bereiche Aufenthalt und Asyl, Fördermöglichkeiten oder den Arbeitsmarktzugang, aber auch die Ausbildungsduldung ist ein ganz oft nachgefragter Bereich“ erläutert die Projektleiterin Nurcahya Köhler.

Seit der Freischaltung der Hotline im Juli 2016 haben mehrere hundert Beratungsgespräche gezeigt, dass Integration in den Arbeitsmarkt kein Selbstläufer ist und zahlreiche Betriebe das Angebot gerne angenommen haben. Zudem ist das Projekt bisher in Deutschland einmalig, dass IQ Netzwerk MV und der Flüchtlingsrat M-V e.V. befinden sich damit in einer Vorreiterrolle, die hoffentlich bald Nachahmer in ganz Deutschland findet.

Die Hotline ist von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 9-16 Uhr unter: 0385 555 751 40 und per Email: iq@fluechtlingsrat-mv.de oder Whatsapp: 0152 08651380 erreichbar.

 

 

Mehr Informationen:

IQ_Good Practice_2018_Hotline_für_Arbeitgeberinnen_und_Arbeitgeber

180529 Flyer Beratungshotline

https://www.fluechtlingsrat-mv.de/projekte/iq/

 

Viele Geflüchtete und Geringqualifizierte haben wertvolle Berufserfahrung außerhalb ihrer Ausbildung oder ganz ohne formalen Bildungsabschluss gesammelt. Für eine optimale Arbeitsmarktintegration ist es wichtig zu wissen, mit welchen konkreten Handlungen eines Referenzberufs ein*e Kandidat*in bereits vertraut ist und mit welchen nicht. Aus diesem Grund hat die Bertelsmann Stiftung ein digitales Instrument entwickelt, welches basierend auf Bildern konkreter Handlungssituationen in wenigen Minuten eine erste Selbsteinschätzung ermöglicht: meine-berufserfahrung.de
Vor kurzem ist diese Website zur Selbsteinschätzung beruflicher Kompetenzen online gegangen. Ziel dieses frei zugänglichen Online-Tools ist es, Nutzern die Möglichkeit zu geben in bisher acht (bald 30) Berufen einzuschätzen, mit welchen konkreten Handlungen eines deutschen Referenzberufs sie bereits vertraut sind und mit welchen nicht.
Die Selbsteinschätzung dauert nur fünf Minuten und kann in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch) durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: www.bertelsmann-stiftung.de/meine-berufserfahrung

 

Neues Netzwerk an Beratungsstellen für geflüchtete Personen nimmt Arbeit auf.

Die Beratungsstelle beim Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. soll im Rahmen des neuen Projektes „Faire Integration“ Geflüchtete über ihre Rechte als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer informieren und dadurch vor Benachteiligung und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt schützen.

Ein arbeits- und sozialrechtliches Beratungsangebot für Geflüchtete wird dringend gebraucht. Mehr und mehr der in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflüchteten Personen nehmen eine Ausbildung oder Arbeit auf. Viele von ihnen finden zunächst eine Arbeit in Helfertätigkeiten im Niedriglohnbereich. Erfahrungen aus Beratungsstellen für Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa, wie etwa im DGB-Projekt „Faire Mobilität“, zeigen, dass es für Beschäftigte entscheidend ist, ihre Arbeitnehmerrechte zu kennen, um sich vor Benachteiligung und Ausbeutung zu schützen. Über das neue Beratungsangebot werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Fluchthintergrund darin gestärkt, ihre Rechte einzufordern und durchzusetzen. „Faire Integration“ ist damit ein wichtiger Schritt im Hinblick auf eine gelungene Integration von Geflüchteten in Deutschland.


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Der Flüchtlingsrat M-V e.V. kritisiert die landesweit verschickten Schreiben an Asylsuchende und Betriebe zum Arbeitsmarktzugang. Die Briefe enthalten Drohungen und haben unter Umständen negative Folgen für die Betroffenen: die Asylsuchenden und ihre Ausbildungsbetriebe.

Die Ausländerbehörden in Mecklenburg-Vorpommern verschicken nun schon seit Monaten Schreiben an Menschen im Asylverfahren und deren Ausbildungsbetriebe, die über mögliche Folgen des negativen Ausgangs des Asylverfahrens aufklären sollen, aber tatsächlich in vielen Fällen zur Verunsicherung der Betroffenen beitragen.
Der Flüchtlingsrat erhält deswegen verstärkt Nachfragen sowohl vonseiten der Ausbildungsbetriebe als auch von Flüchtlingen, die mit diesem Schreiben im besten Fall nichts anfangen können und nachfragen, was es damit auf sich habe.

Ein besonderer Fall wurde uns in der vergangenen Woche bekannt: Ein Flüchtling sollte mit seiner Unterschrift die persönliche Belehrung bestätigen. Das Schreiben ging ihm jedoch per Post zu, die „persönliche Belehrung“ fehlte.


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По-Русский см. ниже – Englisch below

Ab sofort organisiert die Agentur der Wirtschaft in Kooperation mit der VSP gGmbH und uns, dem Flüchtlingsrat M-V e.V., Erstorientierungskurse für Asylbewerber_innen und Geduldete mit unklarer Bleibeperspektive, die ansonsten keinen Zugang zu regulären Sprachförderangeboten haben.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Fragen Sie nach Erstattung von Fahrkosten.
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Das Seminar richtet sich an Menschen, die in ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit Migrant*innen und Geflüchtete betreuen, beraten oder begleiten, an Mitarbeitende von Jugend- oder Sozialämtern, an Ausländerbehörden, Integrationsbeauftragte, an Menschen, die politisch tätig sind, sowie an alle Interessierten.                                                                    Im Mittelpunkt stehen Informationen und Austausch zu den Themen „Flucht“, „Asyl“ und „Aufenthalte“ u. a. Antworten auf Fragen wie:

  •              Wie läuft ein Asylverfahren ab?
  •              Warum dauert das so lange?
  •              Wie funktioniert die Verteilung?
  •              Wer ist für was zuständig?
  •              Welche Aufenthalte gibt es?
  •              u.v.a.m.

Gerne besprechen wir auch konkrete Fälle aus Ihrer Praxis.  Dazu schicken Sie uns bitte mit Ihrer Anmeldung eine kurze Schilderung der Problemlage.

14.09.2017 | 10:00 – 16:00 Uhr | Schwerin

Mehr zu Inhalt, Ablauf und Anmeldekonditionen finden Sie im Einladungsflyer.