Der Flüchtlingsrat schreibt vorbehaltlich der Bewilligung eine Projektstelle zum 01.12.2017 aus:

1 Mitarbeiter*in mit projektleitenden Aufgaben (40 Stunden bzw. Vollzeit)
für den Aufbau eines Beratungsangebotes „Faire Integration für Geflüchtete“ im IQ-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den Aufgaben zählen einerseits die Unterstützung bei der Klärung individueller Fragen zu ausstehendem Lohn, nicht gewährten Arbeitsrechten usw., andererseits sollen allgemeine Informationsangebote zu den Mindeststandards auf dem Arbeitsmarkt und zum deutschen Arbeitsrecht, zu Beratungsstrukturen in Deutschland, zu Qualifizierungs- und Integrationswegen, auch berufsbegleitend aufgebaut werden.

Konkret sollen Schulungsangebote und Informationsbereitstellung für private Arbeitgeber und KmU angeboten werden. Die Bedarfe hierfür sollen für das Bundesland und für weitere Förderperioden erhoben werden.

Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31.12.2018. Wir bemühen uns um Verlängerung.

Wir erwarten:

  • Erfahrungen in der Beratungsarbeit
  • Fundierte Kenntnisse in für Migrantinnen und Migranten relevanten Rechtsbereichen wie dem Asylverfahrens-, dem Aufenthalts- und Sozialrecht
  • EDV- und Internetkenntnisse
  • Möglichst Fremdsprachenkenntnisse in einer der relevanten Fremdsprachen der Zielgruppe.
  • Kompetenz in der professionellen Arbeit mit Menschen in multiplen Problemlagen
  • Hohe Kommunikationsfähigkeit, besonders mit Menschen nicht-deutscher Muttersprache
  • Bereitschaft zu landesweiten Fahrten
  • Identifikation mit den Zielen des Flüchtlingsrates MV e.V.

Wir bieten:

  • Mitarbeit in einem kleinen, engagierten Team
  • Regelmäßige Fortbildungen
  • Entlohnung in Anlehnung an TVöD

Wir erbitten Bewerbungen ausschließlich per Email an naf[at]fluechtlingsrat-mv.de bis zum 08. Dezember 2017.

Foto: René Fuhrwerk

 

Schutz und Respekt für ein Leben ohne Gewalt.

Das Team der Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats hat heute die Fahne gehisst. Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“, die jedes Jahr in der letzten Novemberwoche begangen wird, machen auch wir auf das Thema aufmerksam. Das Recht auf ein Leben ohne häusliche oder sexualisierte Gewalt gilt auch für geflüchtete Frauen.

Pressemitteilung

Neubrandenburg – 14.11.2017

Sechzehn Unterzeichnende fordern die Landesregierung anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tages Gewalt gegen Frauen am 25. November dazu auf, die Lage weiblicher Geflüchteter und weiterer schutzbedürftiger Personen in den Unterkünften zu verbessern und die Hilfestrukturen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt in unserem Bundesland zu verbessern.

Die Unterzeichnenden fordern ein Recht auf Schutz und Respekt für Geflüchtete

 

Geflüchteten Menschen Schutz und Zuflucht zu gewähren sowie das Recht auf Asyl und Bleiberecht zu bewahren, ist Teil unserer Verfassungsordnung und Auftrag für die gesamte Gesellschaft.

Rund ein Drittel der nach Deutschland Geflüchteten ist weiblich. Eine repräsentative Studie, im Auftrag der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung im März 2017 veröffentlicht, zeigt: Es mangelt an Dolmetscher*innen, Psychotherapien und Schutz vor sexuellen Übergriffen.

Je nach Herkunftsland sehen die Frauen ihre Situation laut Studie unterschiedlich.
Aber vielen ist gemeinsam:
Sie haben oft auf der Flucht und in den Herkunftsländern mit sexueller Gewalt zu kämpfen. Auch in Deutschland kommt es etlichen Befragten zufolge in den Flüchtlingsunterkünften zu sexuellen Übergriffen und Gewalt. Vor allem allein reisende Frauen sind dem oft hilflos ausgeliefert.

Ihre aktuelle Wohnsituation bezeichnet über die Hälfte der Frauen als schlecht oder sehr schlecht. Fehlende Privatsphäre, der Mangel an Rückzugsräumen, mangelnde Hygiene in Duschen und Toiletten, Lärm, Diskriminierung und ein Klima der Respektlosigkeit zerren demnach an den Nerven. Persönliche Grenzen werden überschritten, Frauen werden herablassend behandelt. Das verstärkt Traumata, die schon mitgebracht werden.

In die Kommune verteilt haben Flüchtlinge / Migrant*innen häufig keine andere Möglichkeit sich aus der Gewaltsituation zu lösen, sie sind auf das Unterstützungsangebot Frauenhaus angewiesen.

Dieses tritt vor allem ein, wenn ihr Aufenthaltstitel ungeklärt und unsicher ist. Für die meisten Frauen bedeutet der Einzug in diese Einrichtung zwar Beendigung der Gewalt, bringt aber gleichzeitig viele neue Probleme mit sich. Ihnen wird mit ihrem Ausschluss aus der Großfamilie / Community die Sicherheit genommen. Die Gemeinschaft und die Sicherheit des Frauenhauses werden entsprechend sehr unterschiedlich erlebt.

Bei der Zielgruppe Frauen in Gemeinschaftsunterkünften oder auch Geflüchtete in Frauenhäusern ist es das Ziel der Unterzeichner*innen, die spezifische Situation dieser Gruppe stärker zu berücksichtigen. Frauen und Kinder benötigen intensivere Beratung und Betreuung durch die Mitarbeiter*innen der Einrichtung.


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Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir hier die Presseerklärung von Pro Asyl e.V. vom 10.11.2017:
Breites Bündnis fordert Erhalt des individuellen Asylrechts in Europa

Amnesty International, die Arbeiterwohlfahrt, Diakonie Deutschland, der Paritätische Gesamtverband, der Jesuiten-Flüchtlingsdienst, die Neue Richtervereinigung und PRO ASYL richten angesichts der Sondierungsverhandlungen einen dringenden Appell an die beteiligten Parteien. Die deutsche Bundesregierung bestimmt maßgeblich mit, ob es künftig in Europa überhaupt noch den Zugang zum individuellen Asylrecht gibt.

Die Organisationen appellieren vor diesem Hintergrund an die Parteispitzen von CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, »dafür zu sorgen, dass sich die Bundesregierung für den Erhalt der geltenden völkerrechtlichen, menschenrechtlichen und europarechtlichen Standards einsetzt. Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung fliehen, brauchen Schutz – auch in Europa.«

»Deutschland ist entweder Lokomotive für ein Europa der Menschenrechte oder es macht weiter mit in der Allianz der Zerstörer der Flüchtlingsrechte in Europa.« so Günter Burkhardt, Geschäftsführer PRO ASYL. »Schutz vor Zurückweisung, rechtsstaatliche Verfahren, Garantie der Überprüfung von Behördenentscheidungen durch unabhängige Gerichte: all dies ist in Gefahr, wenn die aktuellen Pläne realisiert werden. Asylsuchende dürfen nicht ohne inhaltliche Prüfung des Asylantrags an Europas Grenzen zurückgeschickt werden. Genau dies ist auf EU-Ebene vorgesehen. Es geht bei den Sondierungsverhandlungen nicht nur um Deutschland, es geht um Europa.«

»Ein so gravierender Systemwechsel, wie er mit der Umgestaltung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems aktuell geplant ist, darf nicht von einer federführenden Regierung vorangetrieben werden«, mahnt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Die Reform des Europäischen Asylsystems, in der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen und von den Mitgliedstaaten weiterverhandelten Form, bedeutet einen Abbau des Asylrechts und muss jetzt unmissverständlich thematisiert werden. Denn kein Koalitionspartner hat später die Chance, wirkungsvoll die zwischen den mehrheitlich »flüchtlingsfeindlichen« EU-Staaten verabredeten Regelungen noch zu beeinflussen. Die Verhandlungen werden bereits seit über einem Jahr intransparent durch das CDU-geführte Bundesinnenministerium bestimmt. Der deutsche Bundestag und kleinere Koalitionspartner werden de facto vor vollendete Tatsachen gestellt, denn EU-Verordnungen sind sofort geltendes Recht.

PRO ASYL erwartet von den Sondierungsparteien, dass sie alles dafür tun, dass künftig in Deutschland und in der EU eine Flüchtlingspolitik auf Basis der Menschenrechte, der EU-Grundrechtecharta, der EMRK, des internationalen Flüchtlingsrechts und selbstverständlich auch entsprechend den Werten und Normen des Grundgesetzes verfolgt wird.

Die vollständige Erklärung finden Sie hier

PRO ASYL steht Ihnen für Rückfragen und weitere Informationen gerne zur Verfügung:

069 / 24 23 14 30 | presse@proasyl.de | Postfach 160624 | 60069 Frankfurt a.M. | www.proasyl.de

Seminar: Die psychologische Seite der Migration – Herausforderungen an die Fachkräfte

Was macht Migration mit den Menschen? Was hindert bei der Integration? Ich komme mit den Klient*innen nicht zurecht: Was ist die Ursache? Handelt es sich um Traumata, um interkulturelle Probleme oder einfach nur um „schlechtes Benehmen“? Was bedeutet das Fehlen von Familie? Warum werden neue Regeln so langsam gelernt? Wollen oder können Migrant*innen das nicht? Und wie gehe ich mit all diesen Alltagsproblemen um?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen bieten wir ein Ganztagesseminar mit dem Titel „Die psychologische Seite der Migration – Herausforderungen an die Fachkräfte“ jeweils am 13.11.2017 in Greifswald und am 05.12.2017 in Schwerin an.

Das Seminar richtet sich an Menschen, die in ihrer haupt- oder ehrenamtlichen Arbeit unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen, beraten oder begleiten, an Mitarbeitende von Jugend- oder Sozialämtern, an Ausländerbehörden, Integrationsbeauftragte, an Menschen, die politisch tätig sind, sowie an alle Interessierten.

Mehr Informationen finden Sie in den beigefügten Einladungsflyern für Greifswald und Schwerin. Das Seminar am 05.12.2017 in Schwerin ist ausgebucht. In Greifswald ist noch ein Platz frei. Das Seminar wird im Januar noch mindestens einmal angeboten werden.

Die Dozentin: Jana Michael

Die Dozentin: Jana Michael

Die Interkulturelle Supervisorin und Dozentin Jana Michael aus Stralsund hat in Tschechien Erziehungswissenschaften mit der Spezialisierung Psychologie studiert.

Sie arbeitet seit Jahren in der Interkulturellen Bildung, berät und leistet Antirassismusarbeit.

Sie ist selbst Migrantin und Vorsitzende des Vereins Jurte der Kulturen e.V. und im Vorstand des Netzwerks der Migrantenselbstorganisationen Migranet e.V.

Als Supervisorin hilft sie Menschen in pädagogischen, betreuenden oder beratenden Kontexten

  • den pädagogischen Prozess, sich selbst und das (Kinder-)Verhalten zu reflektieren,
  • neue Muster zu kreieren,
  • einen Spiegel für das eigene Handeln angeboten zu bekommen,
  • unter dem Schutz des Supervisors über eigene Lasten zu sprechen.

Um verbindliche Anmeldung wird  gebeten beim
Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Tel. 0385 – 581 57 90
Fax 0385 – 581 57 91
Email: hp[at]fluechtlingsrat-mv.de