Pressemitteilung
Schwerin, den 20.11.2025 – Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern fordert verlässliche Regelungen für Geflüchtete, die sich in einer Ausbildung befinden oder vor dem Antritt einer solchen stehen.
Geflüchtete Menschen, die eine Ausbildung absolvieren, leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern. Viele Betriebe sind dringend auf engagierte Auszubildende angewiesen und investieren Zeit, Geld und Energie in deren Qualifizierung. Dafür brauchen sowohl Unternehmen als auch die Auszubildenden selbst Verlässlichkeit und Rechtssicherheit.
Dennoch kommt es in Mecklenburg-Vorpommern immer wieder zu Abschiebungen von Personen, die sich bereits in einer laufenden oder unmittelbar bevorstehenden Ausbildung befinden. Gleichzeitig wird im Land nur wenigen Menschen eine Ausbildungsduldung oder eine Ausbildungsaufenthaltserlaubnis erteilt. Häufig kommen Ausländerbehörden ihrer gesetzlichen Beratungspflicht nicht nach oder bearbeiten gestellte Anträge gar nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung. Diese Praxis schadet nicht nur den Betroffenen, sondern auch den ausbildenden Betrieben und letztlich dem gesamten Wirtschaftsstandort.
„Wer Fachkräfte sichern will, muss Geflüchteten verlässliche Chancen geben, ihre Ausbildung zu beenden. Abschiebungen mitten in der Qualifizierung sind für niemanden sinnvoll – weder für die betroffenen Menschen, noch für die Betriebe oder das Land“, erklärt Sabine Ziesemer, Co-Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern fordert die Landesregierung auf, ihrer Rechts- und Fachaufsicht über die Ausländerbehörden konsequent nachzukommen. Das Land muss sicherstellen, dass die Behörden ihre gesetzliche Beratungspflicht erfüllen, Anträge von (künftigen) Auszubildenden zügig bearbeiten und vorhandene Ermessensspielräume bei Ausbildungsduldungen und Ausbildungsaufenthaltserlaubnissen zugunsten der Betroffenen nutzen.
Zudem muss das Land veranlassen, dass Personen auf Abschiebelisten systematisch darauf geprüft werden, ob eine Ausbildungsduldung oder eine Ausbildungsaufenthaltserlaubnis möglich ist.
