Der Flüchtlingsrat M-V e.V. fordert, keine Menschen in Lebensgefahr zu bringen und ab sofort alle Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen.

Für morgen, 24.10.2017, ist erneut ein Abschiebeflug nach Afghanistan geplant. Es sollen auch Afghanen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben werden. Nach Informationen des Flüchtlingsrat M-V e.V. sind darunter nicht nur Straftäter und Gefährder.

Die morgige Abschiebung nach Afghanistan ist auch für Flugpersonal und Bundespolizei gefährlich.

Aktuell warnt die Bundesregierung für alle aus Deutschland Kabul anfliegenden Flüge vor Raketenangriffen und »gezielten Flugabwehr-Attacken« auf allen Flughäfen in Afghanistan: »The Federal Republic of Germany advises all German operators not to plan and conduct flights within FIR Kabul (OAKX) below FL330 including take off and landings at all airports due to potential risk to aviation from dedicated anti-aviation and ground to ground weaponry and ground attacks on aerodrome infrastructure.« (Warnhinweis im Original) Erst am 27. September schlugen unmittelbar nach der Landung des NATO-Generalsekretärs und der US-amerikanischen Verteidigungsministers in Kabul Raketen und Mörsergeschosse auf dem Kabuler Flughafen ein.

Anschläge auf Moscheen kosteten in den vergangenen Tagen rund 50 Menschen das Leben. Im vergangenen Jahr seien dort so viele Zivilisten verletzt und getötet worden wie seit 2009 nicht mehr, teilte Amnesty International mit und bezeichnet Abschiebungen nach Afghanistan aus diesem Grund als illegal. Nach Zählung der Vereinten Nationen gab es 2016 mehr als 11.000 Tote und Verletzte in Afghanistan.

Hinweis: PRO ASYL hatte in einer umfangreichen Stellungnahme zu den Lageberichten des AA deren mangelnde fachliche Qualität belegt.