Am Tag nach der Festnahme eines unter Terrorverdacht stehenden jungen Syrers in Schwerin überwiegen Erleichterung und Dank an die Ermittlungsbehörden. Der Flüchtlingsrat aber mahnt Änderungen an, um der Radikalisierung junger Männer besser begegnen zu können. – Quelle: https://www.svz.de/18211836 ©2017
Hier ein Ausschnitt:

„Kritik äußerte der Landesflüchtlingsrat. Mit der aktuellen Verteilung der Flüchtlinge auf ohnehin problembeladene Stadtteile werde der Bildung regelrechter Krisengebiete Vorschub geleistet. «Da gibt es wenig soziale Bindung und Ausgrenzungen aller Art», erklärte die Vorsitzende des Flüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz. Sie wandte sich zudem gegen die Begrenzung des Familiennachzugs. «Die Erfahrung zeigt doch, dass sich vor allem ganz junge Männer, die allein hier ankamen, radikalisieren. Es fehlt das familiäre Umfeld, das solchen halbstarken Jungs Halt gibt», sagte Seeman-Katz.

Sie warnte zugleich davor, Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland unter Generalverdacht zu stellen. «Die Lehre aus dem jüngsten Fall kann nur sein, noch wachsamer zu sein. Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, dass die allermeisten Syrer selbst vor dem Terror geflohen sind und sich nun auch Sorgen machen», sagte Seemann-Katz.

Sie reagierte damit auch auf Forderungen der AfD, die Rückführung «einer großen Zahl Syrer in ihr Heimatland» möglichst zügig vorzubereiten. Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Nikolaus Kramer, machte eine «unkontrollierte Masseneinwanderung» in den Jahren 2015 und 2016 für das gewachsene Gefahrenpotenzial in Deutschland verantwortlich.“