Der Flüchtlingsrat MV e.V. und Pro Asyl rufen dazu auf, an den Aktionen gegen den geplanten Fackelzug der NPD in Wolgast teilzunehmen.

Pressemitteilung

02. 11. 2012

Gemeinsamer Aufruf von Flüchtlingsrat MV und Pro Asyl zu Aktionen am 9. November in Wolgast

Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen, die in Deutschland Zuflucht vor Krieg, Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung suchen, ein Recht auf angemessene und sichere Unterbringung haben.

Der 9. November erinnert für alle Zeiten unter anderem an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, den Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden, Roma und Sinti und jeder Art von Menschen, die sich dem Nazi-Regime entgegenstellten oder nicht in das rassistische, chauvinistische und sozialdarwinistische Menschenbild der Nationalsozialisten passten. Deswegen ist es eine unerträgliche Provokation, ausgerechnet an diesem Datum mit einem Fackelzug vor einer Gemeinschaftsunterkunft gegen die Aufnahme verfolgter Menschen demonstrieren zu wollen.

Wir fordern daher dazu auf, an diesem Tag in Wolgast starke Zeichen für die Menschenrechte, für das Andenken der Opfer des Naziregimes und für die Stärke der Demokratie und der demokratischen Zivilgesellschaft in unserem Land zu setzen. Wir fordern dazu auf, deutlich zu machen, dass Menschen anderer Herkunft in unserem Land und in der Stadt Wolgast willkommen sind.

Wir unterstützen die Aktionen der Stadt Wolgast und der regionalen Zivilgesellschaft, insbesondere des Bündnisses ‚Vorpommern weltoffen, demokratisch, bunt‘, und aller weiteren Gruppen und Bündnisse, die sich entschlossen der geplanten NPD-Demonstration in Wolgast entgegenstellen und neuem Rassismus eine klare Absage erteilen.