Schwerin/Rostock – Der Sprecher von MIGRANET_MV, Imam-Jonas Dogesch; die Vorsitzende des Flüchtlingsrats Mecklenburg-Vorpommern, Ulrike Seemann-Katz; und der Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Andreas Katz, haben zur Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer erklärt:

„Wir sind erschüttert und tief betroffen über das Unglück, das über 900 Menschen das Leben gekostet hat. Seit Beginn des Jahres sind damit bereits fast 2000 Männer, Frauen und Kinder, die auf des Suche nach Schutz und Asyl den gefährlichen Weg über das Mittelmeer auf sich genommen haben, ums Leben gekommen. Die Opfer sind für uns namenlos, aber sie haben Familien, die auf ihre Rettung gehofft haben, die oft das Letzte verkauft haben, um die Flucht zu ermöglichen, und die nun vergeblich auf Nachricht hoffen. Unsere Gedanken sind bei ihnen und unsere große Sorge bei all denen, die sich noch auf den Weg machen werden, weil ihnen die Abschottungspolitik Europas keine andere Chance lässt, ihrer Not und Verzweiflung zu entkommen.

Diese Opfer hätten vermieden werden können, wenn die EU sich bereit erklärt hätte, sich an dem italienischen Seenotrettungsprogramm „Mare Nostrum“ zu beteiligen oder es effektiv zu ersetzen. Die deutsche Bundesregierung hat sich in den letzten Monaten deutlich dagegen ausgesprochen. Deutschland hat sich damit am Tod dieser Menschen mitschuldig gemacht.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich in Europa für die sofortige Wiederaufnahme einer effektiven Seenotrettung auf dem Mittelmeer einzusetzen und dies nicht länger mit zynischen Argumenten zu behindern. Wir fordern auch unsere Landesregierung, insbesondere unseren Innenminister auf, sich dafür stark zu machen. Europa muss jetzt schnell handeln, um weitere Tausende Opfer möglichst zu verhindern!“